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"Wettlauf nach Rakka" Damaskus startet dritte Offensive gegen IS

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Die syrische Armee möchte nach Rakka vordringen, bevor die kurdischen Truppen dort ankommen.

(Foto: AP)

Die syrische Armee setzt den IS mit Hilfe der russischen Luftwaffe zunehmend unter Druck. Nun startet die dritte Offensive gegen die Dschihadisten binnen weniger Wochen. Das Ziel heißt Rakka. Damaskus will die Stadt einnehmen, bevor es jemand anderes tut.

Syrische Truppen haben mit russischer Unterstützung eine neue Offensive gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) begonnen. Die Soldaten seien in der Hama-Provinz etwa 20 Kilometer weit vorgerückt und befänden sich nun an der Grenze zur Nachbarprovinz Rakka, erklärte die oppositionelle Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte. Die russische Luftwaffe nehme Ziele des IS in Hama unter schweren Beschuss.

In der Provinz Rakka liegt die gleichnamige Stadt, die faktische Hauptstadt des IS in Syrien ist. Damit sind in der abgelaufenen Woche drei größere Offensiven gegen den IS in Syrien und dem Irak angelaufen.

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Ein syrischer Kämpfer hält einen Aussichtspunkt in der nördlichen Hama-Provinz.

(Foto: REUTERS)

In den vergangenen Wochen hat der IS zum Teil heftige Rückschläge hinnehmen und große Gebiete wieder abgeben müssen. Die neue syrische Offensive wurde von einer Zeitung im Libanon als Teil eines "Wettlaufs nach Rakka" beschrieben: Die Regierungen in Damaskus und Moskau wollten den IS-Hauptsitz in Syrien einnehmen, bevor US-unterstützte Kämpfer - darunter die syrische Kurdenmiliz YPG - ihnen zuvorkomme.

Deren Vorstoß gilt anderen Teilen der Provinz Rakka wie auch Aleppos. In den vergangenen Tagen griffen sie IS-Stellungen nahe der Stadt Manbidsch an. Ziel ist es, den letzten vom IS gehaltenen Abschnitt an der türkischen-syrischen Grenze zu erobern. Damit würde die wichtigste Nachschubroute der Gruppe abgeschnitten. Das US-Militär berichtete von heftigem Widerstand des IS.

US-Jets greifen von Flugzeugträger aus an

US-Jets haben derweil erstmals von einem Flugzeugträger im Mittelmeer aus Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat geflogen. Ob die Flugzeuge über Syrien oder dem Irak operierten, blieb ebenso offen wie der Verlauf der Aktion. Die Jets starteten vom Flugzeugträger Harry S. Truman, der durch den Suezkanal ins Mittelmeer gekommen war. Es war der erste Mal seit dem Irakkrieg 2003, dass US-Flugzeuge von einem im Mittelmeer operierenden Flugzeugträger aus Kampfeinsätze in Nahost flogen. Die bisherigen Einsätze starteten von Schiffen im Persischen Golf oder Stützpunkten am Boden.

Die Zeitung "Stars and Stripes" wertete den Einsatz auch als Zeichen Washingtons an die Adresse der Türkei: Die USA seien für Starts und Landungen ihrer Flugzeuge in der Gegend nicht vollständig auf den Nato-Stützpunkt Incirlik angewiesen.

Falludscha ist "harte Nuss"

Nicht nur in Syrien, auch im Irak steht der IS unter Druck. Bereits am Montag griff die Armee mit der Unterstützung der US-Luftwaffe und pro-iranischen Schiiten-Milizen die Islamisten-Hochburg Falludscha an. In den vier drauf folgenden Tagen stockte allerdings der Angriff. Die Regierung in Bagdad räumte ein, dass die Stadt eine "harte Nuss" sein werde. Die Truppen rückten langsam vor, um die Gefahr für eingeschlossene Zivilisten zu verringern.

Falludscha ist die zweitgrößte Stadt des Landes und die IS-Hochburg, die Bagdad am nächsten liegt. Die USA hatten sich eigentlich für einen Angriff auf Mossul ausgesprochen, die faktische IS-Hauptstadt im Irak.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts/dpa

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