Politik

236.000 Euro jährlich Das sagt Alt-Präsident Wulff zum Ehrensold

Ehemaligen Bundespräsidenten und Bundeskanzlern steht jährlich ein Ehrensold zu. "Sehr viel Geld", wie Alt-Präsident Christian Wulff in "Klamroths Konter" bei n-tv sagt. Die Höhe der Summe sei aus vielen Gründen jedoch gerechtfertigt.

Für ehemalige Bundespräsidenten und Bundeskanzler gelten neue finanzielle Regeln. Nach einem Beschluss des Haushaltsausschusses müssen künftig etwa zusätzliche Einkünfte der ehemaligen Bundespräsidenten auf den Ehrensold angerechnet werden. Alt-Bundespräsident Christian Wulff hält den Ehrensold von 236.000 Euro trotz seiner privatwirtschaftlichen Einkünfte für "angemessen", wie er bei "Klamroths Konter" auf n-tv betonte.

Der 59-Jährige verteidigte den Ehrensold: "Die Altersbezüge sind ja sozusagen verrechnet mit den Bezügen aus meiner Abgeordnetenzeit, meiner Ministerpräsidentenzeit und sind voll zu versteuern." Die Summe von 11.000 Euro, die er durch den Ehrensold letztendlich erhalte, sei "viel Geld, sehr viel Geld". Vor dem Hintergrund seines "40-jährigen Engagements und all des Ärgers, den man auch heute noch hat - auch mit Medien, die falsch über mich berichten", sei die Summe "dann auch wieder angemessen".

Verzichten will der Altbundespräsident weder auf den Ehrensold noch auf sein Büro oder Mitarbeiter: "Ich hab ja das kleinste und bescheidenste Büro", sagte Wulff, der auf seine fortdauernde Tätigkeit für die Bundesrepublik Deutschland verwies. Er habe "ganz, ganz viele Funktionen, ganz, ganz viele Ämter", mache Auslandsreisen auch für die Bundesrepublik Deutschland und empfange Gäste aus der ganzen Welt. "Das Büro ist ausgelastet", sagte Wulff weiter.

Auf die Frage, ob es für ein ehemaliges Staatsoberhaupt angebracht sei, für Privatunternehmen zu arbeiten, sagte er, man müsse bei allem darauf achten, dass man es in deutschem Interesse tue. "Ich mache nichts, was zu tun hat mit meiner früheren Tätigkeit, mit deutschen Behörden oder der Verwaltung, wo man in Interessenkollision kommen könnte." Wulff arbeitet als Rechtsanwalt und berät deutsche und ausländische Unternehmen.

Letztlich betonte Wulff, dass er zwar gerne Bundespräsident geblieben wäre, nach seinem Amtsaustritt aber nicht die Füße hochlegen wollte. Er erwarte Verständnis dafür, dass er das in zehn Jahren Studium und zwei Staatsexamen erworbene Wissen auch weiterhin anwende.

Die Sendung "Klamroths Konter" steht bei n-tv.de und bei TVNOW zum Abruf bereit und außerdem als Podcast auf iTunes, Spotify und Deezer und über den RSS-Feed überall sonst, wo Sie gerne Podcasts hören.

Quelle: n-tv.de, mba

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