Politik

Ermittler äußern Zweifel Datendieb wohl doch kein Einzeltäter

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Hatte der Datendieb Komplizen? Ermittler zweifeln daran, dass der 20-Jährige alleine handelte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Schüler späht Daten von Politikern und Prominenten aus, um diese im Netz zu veröffentlichen. Nach der Festnahme des 20-Jährigen geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. Doch mittlerweile zweifeln die Ermittler an der Theorie. Der junge Mann soll nicht über die nötigen Hacker-Kenntnisse verfügen.

Im Fall des umfangreichen Datendiebstahls zweifeln die Ermittler offenbar daran, ob der geständige 20-Jährige wirklich ein Einzeltäter war. Der junge Mann sei nicht in der Lage gewesen, den Ermittlern zu zeigen, wie er die Daten seiner Opfer erbeutete, berichtete die ARD und das RBB-Inforadio.

Demnach hatten Beamte des Bundeskriminalamts ihn dafür vor einen Computer gesetzt und ihn aufgefordert zu erläutern, wie er vorgegangen sei. Dabei sei deutlich geworden, dass er beispielsweise nicht über die nötigen Kenntnisse verfügte, um die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Diese Sicherheitslücke aber soll der Täter ausgenutzt haben, um zahlreiche Accounts zu hacken. 

Der 20 Jahre alte Datendieb war Anfang der vergangenen Woche festgenommen worden. In einer Vernehmung hat der Schüler aus Hessen das massenhafte Ausspähen von Daten und deren Verbreitung im Internet gestanden. Betroffen waren rund eintausend Menschen, darunter zahlreiche Politiker und Prominente. Meist ging es um Kontaktdaten, in 50 bis 60 schwereren Fällen aber auch etwa um private Chat-Verläufe. Nach seinem Geständnis wurde der Hacker zunächst auf freien Fuß gesetzt.

Als Motiv gab er gegenüber den Ermittlern an, er habe seine Opfer "bloßstellen" wollen, über deren öffentliche Äußerungen er sich geärgert habe. Nach Recherchen des "Spiegel" gibt es Indizien, dass der 20-Jährige rechtsextreme Positionen im Netz vertreten hat und sich im Umfeld von politisch rechten Hackern bewegte.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP/dpa

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