Politik

Münchner Amokläufer bot 2600 Euro David Ali S. suchte gezielt nach Glock-Pistole

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Warum der Täter unbedingt eine Glock 17 wollte, ist unklar.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Drei Tage nach dem Amoklauf in München wird immer deutlicher, dass David S. seine Tat akribisch vorbereitete. Chat-Protokolle aus dem Internet belegen einem Medienbericht zufolge die systematische Suche nach einer Waffe.

Der Amokläufer von München hat offenbar systematisch nach einer Schusswaffe des Herstellers Glock gesucht. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Chat-Protokolle berichtet, suchte David Ali S. wohl seit Mai 2015 nach einer Pistole. Der 18-jährige Schüler, der offenbar an psychischen Problemen litt, hatte am Freitag in einem Schnellrestaurant und einem Einkaufszentrum im Norden von München neun Menschen und anschließend sich selbst erschossen.

In dem einschlägig bekannten Forum im sogenannten Darknet - ein stark anonymisierter und verschlüsselter Teil des Internets - trat S. dem Bericht zufolge offenbar unter dem Namen "Maurächer" auf. Am 8. Dezember 2015 habe er geschrieben: "Hallo, ich suche nach einer Glock 17 mit insgesamt 250 Schuss Munition." Wenn möglich nähme er auch gerne "Ersatzmagazine" dazu. Er sei bereit, zwischen 2300 und 2600 Euro für die Waffe zu bezahlen.

Die Protokolle aus dem Darknet zeigen laut "Spiegel" auch, dass sich "Maurächer" im Oktober mit der Frage befasst hatte, wie er seine Kommunikation am besten tarnen könnte. Er habe damals nach Hilfe im Netz gesucht, weil er Messenger-Dienste mit starker Verschlüsselung auf seinem Rechner installieren wollte. Keine zwei Wochen später habe er sich dann nach einer Packstation erkundigt, an die er unter falschem Namen liefern lassen könnte.

Quelle: ntv.de, shu/AFP