Politik

Als Selbstmordattentäter angeboten? De Maiziere: Ermittler finden Amris Fingerabdrücke an Lkw

Die Ermittler finden nach den zurückgelassenen Duldungspapieren am Tatort eine zweite Spur, die zu dem gesuchten Anis Amri führt. Einem Bericht zufolge stellten die Beamten an Fahrertür und Lenkrad des Lkw Amris Fingerabdrücke sicher.

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz erhärtet sich der Verdacht gegen den gesuchten Tunesier Anis Amri. Im Lkw seien Fingerabdrücke und andere Hinweise gefunden worden, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. Der Verdächtige sei mit "hoher Wahrscheinlichkeit" der Täter.

Zuvor hatten Medien darüber berichtet. So heißt es bei NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung", dass die Abdrücke an der Fahrertür des Lkw sichergestellt worden seien. Mit dem Lkw war der Anschlag verübt worden. Die "Berliner Zeitung" berichtet, auch am Lenkrad seien Spuren von Amri sichergestellt worden. Weiter sagte de Maiziere, dass es nun darauf ankomme, dass die Fahndung rasch Erfolg habe. Über etwaige Konsequenzen wolle er mit Justizminister Heiko Maas erst im Anschluss sprechen.

Daneben berichtet der "Spiegel", dass sich Amri schon vor Monaten als Selbstmordattentäter angeboten haben soll. Auch habe er sich erkundigt, wie er sich Waffen beschaffen könne. Der "Focus" berichtet, seit Sommer 2016 seien Anschlagspläne Amris bekannt gewesen. Dies habe ein V-Mann am 21. Juli dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen mitgeteilt. Monate zuvor hätten Islamisten um Abu Walaa vergeblich versucht, Amri nach Syrien zum sogenannten Islamischen Staat zu schleusen.

Derweil läuft die Suche nach Amri weiter. Am Morgen durchsuchten Beamte eine Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Emmerich. Hier war Amri zeitweise gemeldet. Bereits am Mittwoch hatten laut Medienberichten Polizisten nahe dem Heim Stellung bezogen, die Aktion verzögerte sich jedoch bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstags. Der Grund: Angeblich soll der Durchsuchungsbeschluss ungültig sein - offenbar wegen Schreibfehlern.

Ebenfalls am Morgen durchsuchten Beamte in Dortmund eine Wohnung. Der Generalbundesanwalt widersprach auf Nachfrage von n-tv.de jedoch Berichten, nach denen bei dieser Aktion Personen festgenommen worden seien, die in Verbindung zu dem Anschlag in Berlin standen.

Nach Angaben des RBB gab es am Donnerstagmorgen zudem Durchsuchungen in den Berliner Stadtteilen Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Berichte über Razzien noch am Mittwochabend dementierte ein Polizeisprecher dagegen. Im Berliner Stadtteil Kreuzberg sei lediglich ein Mann überprüft worden, sagte der Sprecher. Es habe sich aber nicht um den Gesuchten gehandelt. Der Einsatz habe auch nicht in einer Wohnung stattgefunden.

Wie der RBB berichtet, konnten die Hausdurchsuchungen am Mittwoch in Berlin nicht stattfinden, weil es Fehler und Unstimmigkeiten bei den Ermittlungsbehörden gab. Demnach fehlten entsprechende Beschlüsse des zuständigen Gerichts.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa/AFP