Überraschende WahlkampfhilfeDemokrat lobt Trump auf Republikaner-Parteitag

Donald Trump trommelt auf dem Parteitag vor den Midterms für seine Republikaner - und bekommt Unterstützung von unerwarteter Seite: Ein prominenter Senator der Demokraten wird per Videobotschaft zugeschaltet.
Zwei Monate vor den Kongresswahlen in den USA landen die Republikaner einen Wahlkampf-Coup: Ein prominenter Senator der Demokraten wirft sich beim Parteitag der Republikaner für Präsident Donald Trump in die Bresche. "Warum stehe ich heute hier und spreche zu Ihnen? Weil ich, nun ja, ein Demokrat mit gesundem Menschenverstand bin", sagte John Fetterman, Senator aus Pennsylvania einer Videobotschaft, die in Dallas ausgestrahlt wurde. "Ich werde immer zu Amerika stehen. Ich werde Extreme, den Sozialismus und diese antiamerikanische Lebensweise stets ablehnen."
Fetterman stellte Trump dabei als Kämpfer für die Stahlindustrie dar - ein Kernanliegen des Senators. Gemeinsam mit Trump werde er dafür kämpfen, den Stahl-"way of life" in seiner Region zu bewahren, sagte er. Fetterman gilt im Kongress als Grenzgänger. Der Demokrat hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend von seiner Partei distanziert, insbesondere beim Thema Nahost. Der Senator steht vehement an der Seite Israels und unterstützt den von Trump begonnenen Militäreinsatz gegen den Iran. Immer wieder gab es Spekulationen über einen möglichen Parteiwechsel.
Mit seinen Bemerkungen nahm er nun offenbar Bezug auf die demokratischen Sozialisten in seiner Partei, die sich in vielen Vorwahlen gegen moderate Konkurrenten durchsetzten. US-Medien werteten seine Botschaft an die Republikaner als Beleg für die wachsende Entfremdung von seiner Partei.
Demokraten machen sich Hoffnungen auf Mehrheit im Senat
Fettermans Videobotschaft war vor den Redebeitrag des Republikaners David McCormick geschaltet, dem anderen Senator aus Pennsylvania. McCormick sei ein "großartiger Amerikaner" und ein "großartiger Senator", auch wenn er einer anderen Partei angehöre, sagte Fetterman.
Bei den Kongresswahlen am 3. November wollen die Republikaner ihre dünne Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat verteidigen. Im Senat müssten die Demokraten den Republikanern vier Sitze abnehmen und selbst keinen verlieren, wollten sie eine Mehrheit zustande bringen. Sollte es zu einer knappen Mehrheit für die Demokraten kommen, könnte Fettermans Stimme das Zünglein an der Waage sein.

