"Nie wieder Wehrpflicht"Demonstranten stören Pistorius bei Veteranen-Ehrung

Ein Bürgerfest am Bundestag soll Veteranen würdigen. Doch während seines Auftritts wird Boris Pistorius von einer kleinen Gruppe Demonstranten unterbrochen. Der Verteidigungsminister kontert souverän.
Beim Bürgerfest zum Nationalen Veteranentag ist ein Auftritt von Verteidigungsminister Boris Pistorius von Protest gestört worden. Bei der Veranstaltung am Reichstagsgebäude in Berlin riefen etwa zwölf Demonstranten mit rot befleckten T-Shirts unter anderem "Nie wieder Wehrpflicht". Sie hielten ein Banner hoch mit den Worten: "Für Zukunft ohne Krieg".
Pistorius kommentierte den Protest mit den Worten: "Ein Motto der Bundeswehr ist: Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst." Dafür erhielt er Applaus von Besuchern der Veranstaltung. Polizisten führten die Demonstranten weg.
Vor dem Protest hatte Pistorius in seiner Rede hervorgehoben, dass die Bundeswehr als Parlamentsarmee breiten Rückhalt von Politik und Gesellschaft genieße. "Wer bereit war und wer bereit ist, die Freiheit und Sicherheit Deutschlands mit Leib und Leben zu verteidigen, der verdient unsere Anerkennung und unseren Respekt." Der Protest begann anschließend, als Pistorius mit einem für Tapferkeit ausgezeichneten Soldaten sprechen wollte. Besucher der Veranstaltung reagierten mit Buh-Rufen.
Die Demonstranten seien bisher keiner politischen Gruppierung zuzuordnen, sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei auf Anfrage. Es seien Platzverweise ausgesprochen und Anzeigen wegen Hausfriedensbruch erstattet worden.
Im vergangenen Jahr hatte die Bundesrepublik die Verdienste ihrer aktiven und ehemaligen Soldaten erstmals mit einem Nationalen Veteranentag gewürdigt. Er soll nun jährlich am Wochenende vor oder nach dem 15. Juni gefeiert werden. Als Veteranin oder Veteran gilt in Deutschland jede Soldatin und jeder Soldat - aktive und frühere, sofern sie ehrenhaft aus dem Dienst ausgeschieden sind.