Politik

Proteste gegen hohe Spritpreise Demonstrantin stirbt bei Straßenblockade

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Die landesweiten Proteste richten sich gegen höhere Preise für Benzin und Diesel.

(Foto: REUTERS)

In Frankreich gehen Menschen auf die Straßen und blockieren Verkehrsknotenpunkte. Sie protestieren gegen Preiserhöhungen bei Benzin und Diesel. Bei einem Zwischenfall an einer Sperre wird eine Frau tödlich verletzt. Es ist nicht der einzige Unfall.

Bei Protesten gegen hohe Spritpreise in Frankreich ist eine Demonstrantin ums Leben gekommen. Eine Autofahrerin sei angesichts einer Straßenblockade in Panik geraten und habe eine Frau überfahren, sagte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner bei einer live im Fernsehen übertragen Videoschalte mit dem zuständigen Präfekten.

Der Unfall ereignete sich demnach in Pont-de-Beauvoisin, nördlich von Grenoble. Laut dem Präfekten hatten einige der rund 40 Teilnehmer der Straßenblockade auf das Auto der Frau getrommelt, die daraufhin in Panik geriet und aufs Gas trat.

Auch andernorts kam es zu Zwischenfällen. Nach Angaben des Innenministers gab es auch in Sélestat nahe der Grenze zu Deutschland einen Unfall "mit schweren Folgen", das Opfer sei aber nicht ums Leben gekommen. In Grasse in Südfrankreich versuchte nach Angaben der örtlichen Präfektur ein Autofahrer eine Straßensperre zu durchbrechen und fuhr dabei einen Polizisten um. Der Beamte erlitt leichte Verletzungen, der Fahrer wurde festgenommen.

Bis Mittag wurden 47 Menschen verletzt, drei von ihnen schwer, wie es bei einer live übertragen Lagebesprechung zwischen Innenminister Castaner und Sicherheitskräften hieß. 24 Menschen wurden demnach festgenommen, 17 befinden sich in Polizeigewahrsam. Insgesamt hätten im Land rund 124.000 Menschen an rund 2000 Protestaktionen teilgenommen. Mehrere Zwischenfälle ereigneten sich, als Autofahrer versuchten, ihre Wagen durch Straßenblockaden zu steuern.

Landesweit Aktionen geplant

Die Bewegung "Gilets Jaunes" (gemeint: Warnwesten) hat für Samstag in ganz Frankreich zu Blockaden von Verkehrsachsen, Kreisverkehren und Mautstellen aufgerufen. Eine Online-Karte zeigt Hunderte geplante Aktionen. Medienberichten zufolge sind die wenigsten der Aktionen offiziell angemeldet. Landesweit rechnet die Polizei mit rund 1500 Aktionen.

Landesweit kommt es zu Behinderungen: Demonstranten versammelten sich etwa gegen 7.00 Uhr im Osten von Paris in der Nähe der Stadtautobahn, wie die Polizei mitteilte. Auch Taxifahrer kamen demnach im Morgengrauen in Paris zusammen. Die Aktionen in der Hauptstadt würden sich den ganzen Tag hinziehen, sagte der 31-jährige Taxifahrer Steve. Trotz des Einsatzes von Spezialkräften der Polizei planen die Demonstranten demnach, im Schneckentempo über die Pariser Stadtautobahn zu fahren und so den Verkehr zu behindern.

Die Protestbewegung richtet sich gegen das Vorhaben der Regierung, die Steuern für Autofahrer im kommenden Jahr weiter zu erhöhen. Geplant ist unter anderem eine Anhebung der Abgaben auf Diesel und Benzin. Ein Liter Superbenzin kostet derzeit in Frankreich rund zwei Euro. Zum Vergleich: In Deutschland lagen die Durchschnittspreise nach Angaben des ADAC zuletzt bei rund 1,51 Euro je Liter Benzin und bei knapp 1,39 Euro je Liter Diesel.

Die Proteste gegen die geplante Spritpreiserhöhung in Frankreich hatten sich vor allem über die sozialen Netzwerke organisiert. Die Regierung hatte für den Fall von Verkehrsbehinderungen ein hartes Vorgehen der Polizei angekündigt. Die Demonstranten können sich aber auf die Unterstützung einer breiten Mehrheit der Franzosen berufen: Laut einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Odoxa unterstützen Dreiviertel der Befragten die Protestbewegung. 15 Prozent der Befragten kündigten an, sich selbst beteiligen zu wollen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP

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