Politik

Journalist unter Terror-Verdacht Deniz Yücel bleibt länger in Haft

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Deniz Yücel

(Foto: imago/Müller-Stauffenberg)

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel, der für die "Welt" aus der Türkei berichtet, muss länger in Haft bleiben. Die Polizei verdächtigt ihn unter anderem der Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation.

Der Polizeigewahrsam für den in der Türkei festgenommenen "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel wird nach Angaben seiner Zeitung verlängert. "Am Montag teilte die Polizei Yücels Rechtsanwälten mit, dass der Staatsanwalt die Verlängerung des Gewahrsams um weitere sieben Tage verfügt hat", meldete die "Welt". Der Journalist - der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt - hatte sich am vergangenen Dienstag bei der Polizei gemeldet, weil nach ihm gefahndet wurde. Er war dann in Polizeigewahrsam genommen worden. 

Während des Ausnahmezustands können Verdächtige in der Türkei sieben Tage in Polizeigewahrsam gehalten werden. Diese Frist wäre bei Yücel am Dienstagnachmittag ausgelaufen. Der Gewahrsam kann - wie in seinem Fall geschehen - auf Beschluss des Staatsanwaltes um weitere sieben Tage verlängert werden. Spätestens nächste Woche Dienstag muss Yücel einem Richter vorgeführt werden, der über Untersuchungshaft oder Entlassung aus dem Gewahrsam entscheiden muss. Yücel gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es von der "Welt". 

Yücel wird nach Polizeiangaben des Datenmissbrauchs, der Terrorpropaganda und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verdächtigt, wie die "Welt" berichtete. In der Türkei sitzen zahlreiche kritische Journalisten unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft. Yücel ist der erste deutsche Journalist, der in der Türkei seit der Verhängung des Ausnahmezustands im vergangenen Juli in Polizeigewahrsam genommen wurde.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa