Politik

Neue Verhandlungen über FCASDeutsch-französisches Kampfjet-Projekt doch nicht beendet

24.04.2026, 12:03 Uhr
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Ein Modell des Kampfsystems, über das die beteiligten Unternehmen heftig streiten. (Foto: picture alliance / Hans Lucas)

Seit Monaten ringen Deutschland und Frankreich um das wichtigste europäische Rüstungsprojekt. Dessen Aus schien bereits besiegelt. Nun sollen die Verteidigungsminister die nächsten Schritte beraten.

Deutschland und Frankreich ziehen offenbar keinen Schlussstrich unter die Planungen für das milliardenschwere Luftkampfprojekt FCAS. Kanzler Friedrich Merz und er hätten den Verteidigungsministern den Auftrag erteilt, sich in den kommenden Wochen über verschiedene gemeinsame Rüstungsprojekte zu beraten - nicht nur FCAS, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Rande des EU-Gipfels. "Wir gehen weiter voran", fügte Macron hinzu.

Eine deutsche Regierungssprecherin teilte, die Verteidigungsminister hätten den Auftrag, "an verschiedenen Strängen der Kooperation weiterzuarbeiten und nächste Schritte zu verabreden". Diese Arbeit werde in den nächsten Wochen abgeschlossen. Merz und Macron hatten sich zu einem längeren Gespräch getroffen. "Europa hat noch nie so sehr Einheit, mehr Unabhängigkeit und mehr Souveränität gebraucht", mahnte der französische Präsident. Merz äußerte sich nach dem Gespräch nicht.

Seit Monaten ringen beide Regierungen darum, den Streit zwischen Dassault Aviation auf französischer Seite und Airbus für Deutschland und Spanien bei der geplanten Entwicklung des "Future Combat Air System" (FCAS) als wichtigstes europäisches Rüstungsprojekt aufzulösen. Die beteiligten Unternehmen Dassault, Airbus Deutschland und Indra aus Spanien sind sich über den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeugs bisher nicht einig geworden.

Mehr als ein Kampfflugzeug

Bei einer Realisierung wäre es das größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt. Das Luftkampfsystem soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Der Plan ist, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter und auch die französische Rafale ab 2040 ablöst.

Für die europäische Rüstungszusammenarbeit und das deutsch-französische Verhältnis wäre ein Scheitern ein herber Rückschlag. Dassault hatte überraschend einen größeren Arbeitsanteil an dem multilateralen Projekt gefordert. Die von beiden Regierungen eingesetzten Mediatoren hatten ihre Arbeit erfolglos beendet. Dennoch hatte die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin gesagt, dass man weitere Zeit brauche.

Während die Bundesregierung auf eine baldige Entscheidung dränge, versuche die französische Seite ein mögliches Aus für das Milliardenprojekt immer wieder hinauszuzögern, hieß es in Verhandlungskreisen. Möglich ist auch, dass die drei Länder eine gemeinsame Plattform für den Einsatz künftiger Flugzeuge und Drohnen entwickeln, Dassault und Airbus dann aber darunter verschiedene Kampfjets bauen. Die französische Seite möchte etwa ein Kampfflugzeug, das auch atomar bewaffnet werden und auf Flugzeugträgern landen kann.

Quelle: ntv.de, chl/rts/dpa

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