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Lobby-Kontakte von Trumps Team Deutsche wohl in Russland-Affäre involviert

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Über Umwege: Die Deutsche soll Geschäftsführerin einer angeblichen Lobby-Organisation des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch (l) gewesen sein.

picture alliance / dpa

Die Affäre um eine angebliche Einmischung Russlands in die Wahl von US-Präsident Trump zieht ihre Kreise bis nach Deutschland. Eine Politikberaterin spielt wohl eine zentrale Rolle in einer Anklage des Sonderermittlers Mueller.

In den Ermittlungen zu den Russland-Kontakten des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump taucht nach Informationen des "Spiegel" eine Verbindung nach Deutschland auf. In einer Anklage gegen Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort spiele demnach die deutsche Politikberaterin Ina Kirsch eine zentrale Rolle.

Kirsch war dem Bericht zufolge von 2011 an Geschäftsführerin der Lobby-Organisation "European Centre for a Modern Ukraine" in Brüssel. Diese ordnet US-Sonderermittler Robert Mueller als Sprachrohr des damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Nach Informationen des "Spiegel" ist das relevant, weil Sonderermittler Mueller versuche, Manafort mit einer Anklage wegen früherer illegaler Lobbytätigkeiten für Janukowitsch zu Aussagen in der Wahlkampf-Affäre zu bewegen. In dieser gibt es den Verdacht, dass es Absprachen zwischen dem Trump-Team und Russland hinsichtlich einer Wahlbeeinflussung gegeben haben könnte.

Trump hatte sich noch im Wahlkampf von Manafort auf öffentlichen Druck hin getrennt. Die deutsche Politikberaterin Kirsch soll Manafort geholfen haben, in den USA verdeckt für Janukowitsch und dessen Regierungspartei zu werben. Sie weise diese Darstellungen allerdings zurück. Sie habe Manafort dreimal getroffen, aber nie für ihn gearbeitet - auch nicht für die ukrainische Regierung, wird sie zitiert.

Manafort soll laut Anklage mehr als 75 Millionen Dollar mit seiner Lobbyarbeit verdient haben. Trumps Ex-Wahlkampfchef sowie die PR-Firmen Podesta und Mercury wollten sich auf Anfrage des "Spiegel" nicht äußern.

Quelle: n-tv.de, mra/dpa

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