Politik

Festnahme durch Scotland Yard Deutscher in London unter Terrorverdacht

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Am Londoner Flughafen Stansted griffen die Ermittler zu.

(Foto: www.imago-images.de)

Scotland Yard meldet eine Festnahme auf dem Londoner Flughafen Stansted: Ein deutscher Islamist soll mutmaßlich Terrorprogaganda in Großbritannien gemacht haben. Der 22-Jährige aus dem Raum Düsseldorf soll auch deutschen Behörden schon aufgefallen sein, berichtet der "Spiegel".

Ein Deutscher aus dem Raum Düsseldorf sitzt wegen Terrorverdachts in Großbritannien in Untersuchungshaft. Der Spiegel berichtete, britische Fahnder hätten den mutmaßlichen Islamisten Florian F. bereits am vergangenen Montag am Flughafen London Stansted festgenommen. Das Blatt beruft sich auf die Polizeibehörde Scotland Yard. Danach wird der 22-Jährige beschuldigt, Terrorpropaganda verbreitet und zum Terrorismus angestiftet zu haben. In mindestens fünf Fällen soll F. entsprechende Videos verschickt haben. Den Ermittlungen zufolge sollen sich die Taten zwischen dem 15. August und dem 23. September ereignet haben.

Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in England war der junge Mann offenbar auf der Rückreise nach Deutschland, als er am Flughafen aufgegriffen wurde. Der 22-Jährige sei auch in Deutschland schon im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. Demnach wird F. verdächtigt, einer Gruppe IS-Anhänger aus Ratingen in Nordrhein-Westfalen anzugehören. Die Polizei führt F. als sogenannten Islamismus-Prüffall, schrieb das Magazin weiter.

Im Rahmen einer vorläufigen Anhörung musste Florian F. am Nachmittag vor dem Amtsgericht Westminster erscheinen. Wie bei Terrorverfahren in England üblich, wird ein weiterer Gerichtstermin in den kommenden Wochen wohl vor dem Zentralen Strafgerichtshof Old Bailey in London stattfinden. Laut dem Bericht bleibt der mutmaßliche Islamist vorerst in Haft.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz schätzt die deutsche Islamistenszene auf etwas mehr als 12.000 Männer und Frauen. Das Wachstum verlief rasant, 2011 waren es erst 3800. Der Anteil der Frauen sei auf über 13 Prozent gestiegen, heißt es im Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz für 2019. Die Behörden glauben, dass die Szene, wie es in Sicherheitskreisen heißt, in diesem Jahr offenbar stagniert.

Quelle: ntv.de, mau