Politik

Hohe Zuwanderung Deutschland beliebt wie USA

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Vor allem Männer mit geringerer Bildung werden es künftig schwerer haben auf dem Arbeitsmarkt.

(Foto: picture alliance / Bodo Schackow)

2016 sind erstmals mehr als eine Million Menschen nach Deutschland eingewandert. Damit ist die Bundesrepublik so beliebt wie die USA. Mehr als die Hälfte von ihnen kam laut OECD aus anderen EU-Ländern.

Deutschland ist als Einwanderungsland nach einer aktuellen Studie der OECD inzwischen genauso beliebt wie die USA. 2016 sei erstmals mehr als eine Million Menschen hierhergezogen, teilte die Organisation von 35 Industrie- und Schwellenländern in Berlin mit. Damit seien ähnlich viele Menschen nach Deutschland eingewandert wie in die deutlich größeren Vereinigten Staaten von Amerika.

Die innereuropäische Migration etwa aus Rumänien, Polen oder Bulgarien macht dabei laut OECD einen größeren Anteil aus als die Zuwanderung durch Flüchtlinge. Flüchtlinge zählt die OECD in der Untersuchung mit, wenn sie Aussicht auf einen mindestens mehrjährigen Aufenthalt in Deutschland haben.

Aus dem Migrationsbericht geht ferner hervor, dass die Zahl der Arbeitslosen hierzulande durch Flüchtlinge bis 2020 um sechs Prozent ansteigen könnte. Dabei machten Migranten vor allem "Männern mit geringer Bildung" Konkurrenz. "In Ländern mit einem starken Zustrom von Flüchtlingen wie Schweden, Deutschland und Österreich wird die Auswirkung für bestimmte Gruppen einheimischer Arbeiter größer sein", heißt es.

Deshalb rät die OECD ihren Mitgliedsländern dazu, nicht nur die Integration der Flüchtlinge zu fördern, sondern auch gezielt "die politische Unterstützung für gering ausgebildete Männer zu verstärken".

Auch Schwarzarbeit von Ausländern betrifft laut der Studie junge Männer überdurchschnittlich stark. Hier seien besonders die Branchen Landwirtschaft, Bau und haushaltsnahe Dienstleistungen betroffen. Die Erfahrung zeige aber, dass sich Migration mittel- bis langfristig eher positiv auf den Arbeitsmarkt auswirke.

Quelle: n-tv.de, tha/jwu/dpa/AFP

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