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Wer wird neuer Bundespräsident? Deutschland sucht den Gauck-Nachfolger

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Bundespräsident Joachim Gauck: Mit dem Verzicht auf eine zweite Amtszeit wirft er gewichtige Personalfragen auf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das höchste Amt im Staat muss Anfang 2017 neu besetzt werden. Doch einen geeigneten Kandidaten zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Spitzen von Union und SPD sind sich angeblich bereits einig. Die erste Absage liegt auf dem Tisch.

Union und SPD wollen einem Medienbericht zufolge einen gemeinsamen Kandidaten als Nachfolger für das Amt des Bundespräsidenten finden. Darauf hätten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel und CSU-Chef Horst Seehofer bei einem Treffen vor knapp drei Wochen bereits geeinigt, berichtet der "Spiegel". Damit solle verhindert werden, dass es weder einen Kandidaten eines breiten linken Bündnisses aus SPD, Linken und Grünen noch einen schwarz-grünen Bewerber geben wird.

Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten ist demnach alles andere als einfach. Mit der Anfrage an Andreas Voßkuhle, dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, habe die Koalition bereits die erste Absage bekommen, heißt es. Voßkuhle, der eine Kandidatur bereits 2012 abgelehnt hatte, wolle weiterhin in seinem Amt in Karlsruhe bleiben und gab außerdem familiäre Gründe an.

SPD-Politiker hat andere Vorschläge

Unterdessen hat sich der SPD-Politiker Johannes Kahrs für  Außenminister Frank-Walter Steinmeier als nächsten Bundespräsidenten ausgesprochen. "Frau Merkel und die Union sollten über ihren Schatten springen, und sich mit uns für eine Nominierung Steinmeiers stark machen", sagte Kahrs der "Welt". "Bei der Wahl des Staatsoberhauptes geht es nicht um Parteiinteressen, sondern um den Besten fürs Land. Das ist Frank-Walter Steinmeier." Er sei "politisch erfahren, weltweit vernetzt und sehr beliebt", betonte Kahrs.  

Der Nachfolger von Joachim Gauck soll am 12. Februar 2017 von der Bundesversammlung gewählt werden. Das Gremium setzt sich aus den derzeit 630 Bundestagsabgeordneten zusammen sowie aus ebenso vielen Delegierten, die die Parlamente der Bundesländer entsenden. Gauck hatte im Sommer bekanntgegeben, aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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