Politik

Kampf um Tübinger Impfstofffirma Deutschland wehrt sich gegen US-Zugriff

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Die Firma CureVac forscht an einem Corona-Impfstoff.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Tübinger Firma CureVac forscht gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Das bleibt auch der US-Regierung nicht verborgen: Getreu dem Motto "America First" bietet sie viel Geld für die Exklusivrechte an dem potenziellen Medikament.

Die USA und Deutschland streiten sich indirekt, aber handfest um einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, versucht US-Präsident Donald Trump, deutsche Wissenschaftler, die an einem Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2 arbeiten, in die USA zu locken oder das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern.

Der US-Präsident biete der Firma einen hohen Betrag, um sich deren Arbeit exklusiv zu sichern, berichtet die Zeitung. Trump tue alles, um einen Impfstoff für die USA zu bekommen. "Aber eben nur für die USA", hieß es demnach in der Bundesregierung.

Der SPD-Wirtschaftsexperte Bernd Westphal forderte die Regierung auf, den Verkauf der Tübinger Firma zu verhindern. "Es geht jetzt um deutsche und europäische Interessen", sagte er. "Die USA haben sich für Abschottung und 'America First' entschieden sowie gegen multilaterale Zusammenarbeit. Daher muss CureVac falls nötig auch mit öffentlichen Geldern  unterstützt werden", fügte er hinzu. Die stellvertretende Fraktionschefin der SPD, Bärbel Bas, sagte, dass ein möglicher Impfstoff allen zur Verfügung stehen müsse. "Alles andere wäre ein Skandal. Bei einer Pandemie geht es um alle Menschen und nicht um 'America First'."

Bundesregierung macht Gegenangebot

In der Auseinandersetzung geht es um die in Tübingen ansässige Firma CureVac. Gemeinsam mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel arbeitet sie an der Herstellung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus. Vertreter der Bundesregierung verhandeln dem Bericht zufolge nun mit CureVac.

"Die Bundesregierung ist sehr daran interessiert, dass Impf- und Wirkstoffe gegen das neuartige Coronavirus auch in Deutschland und in Europa entwickelt werden", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. "Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac."

Demnach versucht die Bundesregierung das Unternehmen mit einem Gegenangebot zu halten. Vertreter von CureVac wollten sich bisher nicht zu dem Konflikt äußern.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/rts/dpa