Politik

"Das Volk hat immer recht" Deutschstämmiger gewinnt Rumänien-Wahl

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Klaus Iohannis wird Rumäniens neuer Präsident. In der Stichwahl setzte er sich gegen Victor Ponta durch.

(Foto: dpa)

Rumänien bekommt einen neuen Präsidenten. In einer Stichwahl setzt sich der Siebenbürger Sachse Iohannis überraschend durch. Der Favorit, Ministerpräsident Ponta, wird abgestraft.

Nach der Präsidentenwahl in Rumänien hat der sozialistische Kandidat Victor Ponta seinem bürgerlichen Rivalen Klaus Iohannis zum "Wahlsieg" gratuliert, obwohl das Ergebnis am späten Abend noch nicht offiziell feststand. "Das Volk hat immer recht", sagte Ministerpräsident Ponta beim eiligen Verlassen seiner Parteizentrale in Bukarest.

Nach ersten Hochrechnungen kam Iohannis bei der Stichwahl auf 55,79 Prozent der Stimmen. Das erklärte das zentrale Wahlbüro in der Nacht nach Auszählung der Stimmzettel in einem Drittel der Wahllokale.

"Ich habe Herrn Iohannis angerufen und ihm gratuliert", sagte Ponta. Zugleich wies er Gerüchte zurück, er wolle als Ministerpräsident zurücktreten. Tausende Demonstranten in der Hauptstadt Bukarest hatten nach Schließung der Wahllokale Pontas Rücktritt vor dessen Regierungssitz gefordert. Zu ähnlichen Kundgebungen kam es in weiteren Städten.

Iohannis nimmt Bad in der Menge

Ponta galt vor dem entscheidenden Wahlgang bei den Meinungsforschern als Favorit. Die Stichwahl war notwendig, weil in der ersten Runde vor zwei Wochen keiner der insgesamt 14 Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielte. Ponta lag dabei mit 40,44 Prozent der Stimmen deutlich vor dem aus Siebenbürgen stammenden Iohannis, der auf 30,37 Prozent kam.

Im Vorfeld der Stichwahl hatte sich Ponta siegessicher gegeben: Er sagte, die von seiner Partei mit dem Sieg bei der Parlamentswahl 2012 eingeleitete "Wende" werde jetzt vollendet.

Am Abend erklärte sich dann aber Iohannis zum Sieger der Wahl. Am Bukarester Universitätsplatz nahm er inmitten tausender Anhänger ein Bad in der Menge. Der Siebenbürger Sachse hat einen sehr guten Ruf als Bürgermeister von Sibiu (Hermannstadt). Ponta hingegen wird vorgeworfen, er wolle korrupte Politiker schützen.

Quelle: ntv.de, ame/dpa