Politik

AKK im "ntv Frühstart" "Die Bundeswehr kann noch mehr helfen"

Die Bundeswehr hat ihr Corona-Hilfskontingent aufgestockt. Doch es ginge noch mehr, sagt die Verteidigungsministerin. Für weitere Hilfen im Hotspot Portugal sieht sie dagegen kaum Spielraum.

Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat den Landkreisen angeboten, weitere Soldaten in die Gesundheitsämter zu schicken, damit sie auch bei höheren Corona-Inzidenzen Herr der Lage bleiben. "Wenn die Gesundheitsämter sagen, wir brauchen noch mehr Soldaten vor Ort, um das nachzuverfolgen, insbesondere bei der Mutation, dann wären wir in der Lage, das auch sicherzustellen", sagte die CDU-Politikerin im "Frühstart" bei ntv. Wegen der Regelung im Grundgesetz könne sich die Bundeswehr allerdings auch weiterhin nicht selbst in den Einsatz schicken, sondern müsse von den Landkreisen angefordert werden.

Die Ministerin erwartet einen größeren Einsatz der Truppe auch in den Impfzentren. "Ich glaube, dass das notwendig sein kann, wenn Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wird und es darum geht, möglichst viele Menschen möglichst schnell zu impfen." Bislang stünden etwas mehr als 2000 Soldaten zur Hilfe in den Impfzentren bereit. Bereits mit dem jetzt von 20.000 auf 25.000 Soldaten aufgestockten Kontingent zur Amtshilfe könnte die Bundeswehr beim Impfen besser helfen. Das gelte auch für Corona-Schnelltests in Altenheimen.

"Beim Sanitätspersonal sind auch wir sehr knapp"

Am Mittwoch waren 26 Einsatzkräfte der Bundeswehr in Portugal gelandet, um das Corona-geplagte Land in einem Krankenhaus in Lissabon zu unterstützen. Eine mögliche Aufstockung des Teams hält Kramp-Karrenbauer allerdings für schwierig. "Wir haben jetzt das geschickt, was wir wirklich frei verfügbar machen können. Aber gerade beim Sanitätspersonal, Ärzte und Pfleger, sind auch wir sehr knapp", sagte sie. Die Bundeswehr sei ein Teil der Gesundheitsversorgung in Deutschland. "Deshalb können wir nicht in einem unendlichen Maße Personal bereitstellen."

Mit den Portugiesen sei vereinbart, bis in den April hinein zu helfen. Bis dahin sollte sich die Corona-Lage etwas entspannen. "Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann müssen wir auch wieder bewerten. Dann kommt es natürlich immer auch drauf an, wie ist denn die Situation bei uns hier." Man habe Ärzte und Pfleger nach Portugal geschickt. "Das sind natürlich Menschen, die auch bei uns hier gebraucht werden." Die Ministerin betonte aber, die Lage in Lissabon sei "sehr, sehr ernst". Zum Teil würden Patienten vor den Krankenhäusern behandelt, weil es drinnen keine Plätze mehr gäbe. "Es ist eine ganz dringend erwartete Hilfe, das haben uns die portugiesischen Kollegen bestätigt."

AKK wirbt für Bewaffnung der Eurodrohne

Exklusiv um 20.15 Uhr bei ntv und RTL: Kanzlerin Merkel im Interview

ntv und RTL strahlen am heutigen Donnerstagabend (20.15 Uhr) ein Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel aus. In der Sendung "Corona-Krise - Deutschland braucht Antworten" stellt sich die Kanzlerin den Fragen von Moderatorin Frauke Ludowig und RTL-Politikchef Nikolaus Blome zur Impfplanung und den Auswirkungen des Lockdowns. Das Interview können Sie auch hier auf ntv.de im Livestream verfolgen.

Kramp-Karrenbauer äußerte sich auch zum Koalitionsausschuss, der am Mittwochabend beschlossen hatte, zunächst keine Bewaffnung der Eurodrohne anzustreben. Die Verteidigungsministerin aber spricht sich weiter dafür aus. Die europäischen Projektpartner würden "sicherlich bewaffnen", sobald die Drohne fertig gebaut sei. "Und ich hoffe sehr, dass wir für die Zukunft auch Beschlüsse bekommen, die klarmachen, der Schutz unserer Soldaten ist es wert, dass auch wir Drohnen bewaffnen." Der Koalitionspartner SPD sei aber bekanntlich dagegen. "Das wird sicherlich auch Teil der Auseinandersetzung im Wahlkampf sein", sagte Kramp-Karrenbauer.

Die Eurodrohne ist ein gemeinsames Projekt von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien und soll frühestens 2028 ausgeliefert werden. Die Koalitionsparteien hatten am Abend grünes Licht für die Entwicklung und Beschaffung der Eurodrohne gegeben. Eine Bewaffnung der Eurodrohne enthält der Beschluss jedoch nicht.

Quelle: ntv.de, psc

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.