Politik

Bülow tritt Satirepartei bei "Die Partei" sitzt ab sofort im Bundestag

Marco Bülow, lange SPD-Mitglied und später fraktionslos, wird Mitglied von "Die Partei" und geht mit ihr in den Bundestag. Zum Satiriker werde er dadurch nicht - aber manche Menschen erreiche man nur noch mit Satire, begründet Bülow den Schritt. Ein Anliegen sei, sie davon abzuhalten, rechts zu wählen.

Der langjährige SPD- und nun fraktionslose Bundestagsabgeordnete Marco Bülow schließt sich der Satirepartei "Die Partei" an. Offiziell zum Mitglied werde er bei einer Aktion am heutigen Dienstag vor dem Reichstagsgebäude, sagte Bülow am Montagabend. Martin Sonneborn, Europaabgeordneter und Vorsitzender von "Die Partei", bestätigte, dass Bülow eintreten werde. Zunächst hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Die Satirepartei kündigte die Aktion mit "Die Partei zieht in den Bundestag ein!" an. Abgesehen von der Parteiangehörigkeit Bülows dürfte sich im Bundestag aber wenig ändern, er bleibt eigenen Aussagen zufolge fraktionslos. Der 49 Jahre alte Politiker war seit 1992 SPD-Mitglied und seit 2002 im Bundestag. 2018 trat er aus der SPD aus und ist seitdem fraktionsloser Abgeordneter.

Versuch, dass Menschen "nicht rechts wählen"

Er werde aber nicht über Nacht zum Satiriker, sagte Bülow. Es gebe Leute, die sich von der Politik und traditionellen Parteien abwenden würden und die man noch mit Satire, sonst aber nicht mehr erreichen könne. Er hoffe, diese Leute wieder ansprechen zu können und werde das weiter ernsthaft tun - man müsse sich aber auch manchmal zwingen, ein Augenzwinkern beizubehalten. "Das ist auch ein bisschen ein Versuch, diese Menschen nicht ins Nirwana gehen zu lassen", sagte Bülow. "Auch, dass sie nicht rechts wählen."

imago0105429538h.jpg

Kein Satiriker, aber für Augenzwinkern: Bülow bei einer Klimaschutzdemo im September in Berlin.

(Foto: imago images/POP-EYE)

Die Satirepartei sei mehr als nur "auf die Schippe nehmen" und "Finger in die Wunde legen". Etwa beim Europaabgeordneten Sonneborn spüre er einen deutlichen Anspruch, dass sich etwas verändern müsse. Er wolle, dass "Die Partei" weiter spöttisch-unseriös und satirisch bleibe, glaube aber, dass gerade zu den Themen Lobbyismus und Umgang mit Demokratie klare Positionen guttun könnten.

Im Wahlkreis Dortmund I, wo Bülow bei der vergangenen Bundestagswahl als Direktkandidat der SPD gewählt wurde, will er sich um die Kandidatur für die kommende Wahl im Herbst 2021 bewerben.

Quelle: ntv.de, abe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen