Iran droht mit SeeminenDiese Folgen hätte eine Blockade der Straße von Hormus
Sie ist nur 50 Kilometer breit: Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr des weltweiten Ölhandels. Zudem verläuft etwa ein Fünftel des globalen Handels mit LNG durch die Meerenge. Teheran hatte mehrmals gedroht, sie zu blockieren. Die Folgen wären weitreichend - auch für den Iran selbst.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Verkehrsrouten für den weltweiten Ölhandel. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist nur 50 Kilometer breit. Der Iran hatte in der Vergangenheit immer wieder gedroht, sie zu blockieren, etwa mit Seeminen. Nach den Angriffen Israels und der USA wird in der Schifffahrtsbranche befürchtet, dass Teheran seine Drohung diesmal in die Tat umsetzt.
Die Meerenge ist die einzige Seeverbindung zwischen dem Persischen Golf und dem offenen Meer und somit der Zugang der wichtigen Ölländer am Golf zum Welthandel. 2024 passierten im Schnitt täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus - fast 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Auch etwa ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) verläuft durch die Meerenge, hauptsächlich aus Katar.
Wäre die Straße von Hormus nicht mehr passierbar, könnten die Golfstaaten kein Öl mehr exportieren. Nur Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über alternative Exportrouten über Pipelines für maximal rund 2,6 Millionen Barrel pro Tag. Katar, Kuwait, der Irak und auch der Iran selbst sind auf den Transport über die Golf-Häfen angewiesen.
Eine Sperrung der Straße von Hormus würde daher auch der iranischen Wirtschaft massiv schaden, während Israel und die USA nur mittelbar etwa durch einen Anstieg der Ölpreise in Mitleidenschaft gezogen würden.
Der Iran müsste sich zudem auf massive diplomatische Verwerfungen mit seinen Nachbarländern einstellen - und auch die Beziehungen zu wichtigen Kunden, allen voran China, würden leiden. 80 Prozent des durch die Meerenge transportierten Öls und Gases ist für die asiatischen Märkte bestimmt, China ist mit mehr als 90 Prozent der bei weitem wichtigste Abnehmer iranischen Öls.
Im Persischen Golf und in der Straße von Hormus sind die Marineeinheiten der mächtigen iranischen Revolutionsgarden aktiv. Sie setzten dort in der Vergangenheit immer wieder ausländische Schiffe fest - seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran 2018 häuften sich solche Vorfälle. 2024 beschlagnahmten die Revolutionsgarden etwa das unter der Flagge Portugals fahrende Containerschiff "MSC Aries" wegen angeblicher Verbindungen zu Israel.
2019 machten die USA den Iran auch für mehrere Angriffe auf Schiffe in der Golf-Region verantwortlich. Der Abschuss einer US-Drohne durch die Revolutionsgarden über der Straße von Hormus führte damals fast zu einer militärischen Konfrontation zwischen Washington und Teheran. Zuletzt näherten sich nach Angaben des US-Kommandos für den Nahen Osten (Centcom) Anfang Februar iranische Boote einem Tanker unter US-Flagge.
Während des Iran-Irak-Kriegs von 1980 bis 1988 war der Öltransport durch die Straße von Hormus schon einmal zum Erliegen gekommen: Im sogenannten Tanker-Krieg griffen beide Seiten hunderte Tanker im Persischen Golf und der Straße von Hormus an. Als im April 1988 eine US-Fregatte durch eine iranische Mine schwer beschädigt wurde, starteten auch die USA Angriffe auf den Iran. Dabei schoss der US-Kreuzer "USS Vincennes" im Juli 1988 aus Versehen ein Passagierflugzeug von Iran Air mit 290 Menschen an Bord ab.
