Politik

Letzter DDR-Innenminister Diestel verlässt die CDU

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Diestel arbeitet seit den 90er Jahren wieder als Anwalt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehr als drei Jahrzehnte ist Peter-Michael Diestel Mitglied in der CDU. In der letzten Regierung der DDR leitete er das Innenministerium und führte anschließend die Opposition im Brandenburger Landtag. Nun kehrt er der CDU den Rücken. Grund ist die Kür des Kanzlerkandidaten.

Der letzte Innenminister der DDR, Peter-Michel Diestel, kehrt der CDU den Rücken. Als Grund nannte er in einer Erklärung die Kandidatensuche der Union in den vergangenen Tagen, wie mehrere Medien berichten. "Die Entwicklung in den letzten Monaten und Wochen und ganz besonders in den letzten zwei Tagen bestärkten mich in meiner Entscheidung", erklärte er demnach. Er warf der CDU vor, ein "schwammiger und hilfloser Kanzlerwahlverein" zu sein. "Wir haben uns auseinandergelebt."

Weiter heißt es in der Mitteilung, dass ihm wertkonservatives Denken, mittelstandsorientierte Wirtschaftspolitik und ein konsequenter Blick auf das Grundgesetz Wärme und Geborgenheit gegeben hätten. Doch all dies habe seine Partei aufgegeben. "Ich verstehe sie nicht mehr und ich mag sie heute genauso wenig wie sie mich."

Der inzwischen 69-Jährige gehörte 1990 zu den Mitbegründern der DSU und wechselte wenig später zur CDU. Bei der ersten Landtagswahl in Brandenburg unterlag der dem späteren Ministerpräsidenten Manfred Stolpe von der SPD und wurde Oppositionsführer. 1994 schied er aus dem Parlament aus und konzentrierte sich auf seine Arbeit als Anwalt. Mitte der 90er Jahre fungierte der geborene Rügener als Präsident des Fußballklubs FC Hansa Rostock. Diestel lebt und arbeitet in Mecklenburg-Vorpommern.

Quelle: ntv.de, jwu

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