Politik

Trotz großer ZustimmungDobrindt lehnt striktes Social-Media-Verbot für Kinder ab

25.05.2026, 11:26 Uhr
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"Die Verantwortung lässt sich nicht komplett abschieben", so Innenminister Dobrindt. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

In diesem Punkt sind sich Kanzler Friedrich Merz und die Mehrheit der Menschen in Deutschland einig: Die Nutzung sozialer Medien sollte für Kinder unter 14 Jahren verboten werden. Innenminister Dobrindt ist jedoch skeptisch - und sieht vielmehr die Eltern in der Pflicht.

Innenminister Alexander Dobrindt sieht ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder skeptisch. "Ein einfaches Verbot halte ich für schwer durchsetzbar und auch deswegen für wenig zielführend", sagte der CSU-Politiker der Funke-Mediengruppe. Es sei eine Grundsatzentscheidung von Familien und Eltern, wann ein Kind ein Handy erhalte. Möglichkeiten der Begleitung und auch der Kontrolle gebe es heute schon. "Aber die Notwendigkeit der Beschäftigung der Eltern damit, wie die Nutzung der Kinder mit Smartphones ausschaut, ist dazu ebenfalls notwendig", mahnte er.

Dobrindt sagte zudem: "Die Verantwortung lässt sich nicht komplett abschieben, weder in die eine noch in die andere Richtung. Aber staatliches Handeln an dieser Stelle funktioniert eben nicht ohne die Begleitung der Familien." Soziale Medien seien tief in das Informationsverhalten unserer Gesellschaft eingedrungen und gehörten zum Alltag. Daher sei es zu einfach, die Lösung des Problems nur in einem Verbot durch den Staat zu suchen.

Spätestens seit Australien im Dezember 2025 ein entsprechendes Verbot für Kinder unter 16 Jahren in Kraft gesetzt hat, werden auch hierzulande und auf EU-Ebene Forderungen nach ähnlichen Einschränkungen lauter. Mehrere EU-Länder, darunter Dänemark, Frankreich, Spanien und Griechenland, wollen Online-Netzwerke wie Tiktok und Instagram nun für Jugendliche unter 15 oder 16 Jahren verbieten.

Merz befürwortet Verbot für Kinder unter 14 Jahren

In Deutschland arbeitet aktuell eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Expertenkommission an konkreten Handlungsempfehlungen zum "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt". Die Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach sich bereits für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren aus.

Einer kürzlichen Umfrage des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation zufolge sprechen sich auch zwei Drittel der Menschen in Deutschland für die Einführung eines Verbots von sozialen Medien für Kinder unter 14 Jahren aus. Der Aktionsrat Bildung fordert ebenfalls eine gesetzliche Altersbegrenzung für Social-Media-Plattformen. "Alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dürfen nur jeweils altersgerechte Inhalte konsumieren, die qualitativ hochwertig sind und die Entwicklung und soziale Teilhabe fördern. Die Nutzung muss auf eine altersentsprechend moderate Dauer beschränkt werden", fordert das Expertengremium. Konkrete Vorschläge für Altersvorgaben oder Nutzungszeiten machen die Bildungswissenschaftler darin aber nicht.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa/AFP

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