Politik

Führte zum Regierungssturz Drahtzieher des Ibiza-Videos festgenommen

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Präsentierte sich im Ibiza-Video als anfällig für Korruption: Heinz-Christian Strache.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei einem Gespräch mit einer angeblichen russischen Oligarchin hinterlässt Ex-Vize-Kanzler Strache 2017 einen zweifelhaften Eindruck. Das dabei entstandene Video war eine Falle. Den untergetauchten Drahtzieher der Aktion kann die Polizei nun festnehmen.

Anderthalb Jahre nach Veröffentlichung des sogenannten Ibiza-Videos und dem anschließenden Sturz der österreichischen Regierung ist der mutmaßliche Drahtzieher der Affäre in Berlin festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Wien sowie die Berliner Polizei bestätigten die Festnahme. Der Privatdetektiv, der selbst im Video auftaucht und mit europäischem Haftbefehl gesucht wurde, wurde am Donnerstag von Spezialkräften in Berlin-Pankow gefasst.

In dem Video, das 2017 in einer Villa auf der spanischen Insel Ibiza aufgenommen wurde, hatte der spätere österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechten FPÖ mit einer angeblichen russischen Oligarchin über illegale Parteispenden und Großaufträge gesprochen. Dabei wirkte er anfällig für Korruption.

Strache bestreitet bis heute alle Vorwürfe. Er tat den Abend als "b'soffene G'schicht'" ab. Die Veröffentlichung von Ausschnitten durch "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung" im Mai 2019 führte zum Rücktritt Straches aus der ÖVP-FPÖ-Regierung von Kanzler Sebastian Kurz und später zu Neuwahlen.

Eingefädelt haben soll die Falle der Festgenommene - ein ehemaliger Sicherheitsberater mit Wohnsitz in Wien und einer Detektei in München. Er soll außerdem das Haus verwanzt haben. In den stundenlangen Aufnahmen des Abends, von denen im Sommer weitere Auszüge veröffentlicht wurden, schaltet sich der Mann immer wieder als Dolmetscher und Vermittler für vermeintliche Deals in das Gespräch ein. Nach Bekanntwerden des Videos tauchte er unter.

Ende Oktober hatte er via Videokonferenz als Zeuge in einem anderen Fall vor einem österreichischen Gericht ausgesagt. Der "Presse" zufolge wird ihm neben der illegalen Herstellung von Ton- und Filmaufnahmen der Handel von Kokain zur Last gelegt. Der Wiener Staatsanwaltschaft zufolge müssen die deutschen Behörden nun über das Einleiten eines Übergabeverfahrens entscheiden.

Strache kommentierte die Festnahme erfreut. "Ich freue mich über die Festnahme des kriminellen Drahtziehers der Ibiza-Falle (auch nach so langer Zeit) und hoffe nunmehr auf rasche und restlose Aufklärung und auch auf die Aufdeckung der weiteren Mittäter, Auftraggeber und Hintermänner!", schrieb er auf seiner Facebook-Seite

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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