Politik

Attentäter ermordet 84 Menschen Drei Berliner bei Anschlag in Nizza getötet

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Der Lkw fuhr zwei Kilometer durch eine Menschenmenge, dann wurde der Fahrer von der Polizei erschossen.

(Foto: REUTERS)

Unter den 84 Toten beim Anschlag in Nizza sind auch mindestens drei Deutsche. Das zuständige Berliner Bezirksamt bestätigt den Tod zweier Schüler und einer Lehrerin der Paula-Fürst-Schule in Charlottenburg. Andere Schulen geben Entwarnung.

Bei dem Anschlag in Nizza sind auch mindestens drei Deutsche ums Leben gekommen. Nach der Berliner Schulaufsicht bestätigte dies auch das Bezirksamt des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. "Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod zweier Schüler*innen und einer Lehrerin des ersten Abitur-Jahrgangs der Paula-Fürst-Schule und trauern mit den Eltern, der gesamten Schule, Angehörigen und Freunden der Opfer", heißt es in einer Mitteilung des Amts. "Wir stehen mit Ihnen Seite an Seite und sichern entsprechende Unterstützung zu. Als ein Zeichen der tiefen Trauer wurden die Dienstgebäude des Bezirksamtes auf Halbmast geflaggt." Durch die Formulierung war zunächst nicht klar, ob es sich wie vom Sender RBB und dem "Tagesspiegel" berichtet um zwei Schülerinnen handelt oder um einen Schüler und eine Schülerin.

Wie der RBB unter Berufung auf die Schulaufsicht in der Hauptstadt ebenfalls meldete, befanden sich die Getöteten auf einer Abitur-Fahrt in Nizza. Berlins Bürgermeister Michael Müller erklärte in einer Ansprache am Brandenburger Tor: "Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch Berliner unter den Opfern sind."

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Dem "Tagesspiegel" zufolge wurde die Paula-Fürst-Schule vorübergehend geschlossen, die Schüler nach Hause geschickt. Laut Bildungsverwaltung hielten sich neun Gruppen aus neun Berliner Schulen in Nizza auf. Fünf Schulen gaben Entwarnung - alle ihre Schüler seien in Sicherheit.

Grenzkontrollen verstärkt

Das Auswärtige Amt riet den Menschen in Nizza dringend dazu, den Anweisungen der französischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten und sich zur Lageentwicklung über die Medien zu informieren. Frankreich-Reisende wurden zu verstärkter Umsicht aufgerufen.

Nach dem Terroranschlag verstärkte die Bundespolizei ihre Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich. Das gelte für die Grenzübergänge an den Autobahnen und anderen Straßen, an Flughäfen und in den Zügen, teilte die Bundespolizei in Potsdam mit. Die Maßnahmen seien mit den französischen Behörden abgestimmt. Weitere Details könnten aus einsatztaktischen Gründen nicht genannt werden.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums handelt es sich um sogenannte Schleierfahndung. Damit wird in grenznahen Gebieten nach Terroristen, Drogenschmugglern, Menschenschleppern und anderen Kriminellen gesucht. Polizisten dürfen dort "verdachts- und ereignisunabhängige Personenkontrollen" vornehmen und dazu "jede Person kurzzeitig anhalten" und überprüfen.

Als Reaktion auf den Anschlag ordnete Innenminister Thomas de Maizière für diesen Freitag bundesweite Trauerbeflaggung an den obersten Bundesbehörden an. Dies geschehe als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität mit dem französischen Volk nach dem abscheulichen Anschlag, teilte das Ministerium in Berlin mit. Das Auswärtige Amt in Berlin hisste die französische Flagge und setzte alle Flaggen auf halbmast.

Volksfest in Berlin abgesagt

Vor der französischen Botschaft in Berlin bekundeten Menschen ihr Mitgefühl und legten Blumen nieder. Auch Kerzen wurden aufgestellt. Die Trikolore auf dem Dach der Botschaft nahe dem Brandenburger Tor wehte auf halbmast. Vor dem abgesperrten Gebäude wurden eine französische und eine EU-Flagge ebenfalls auf halbmast gesetzt. Unterdessen wurden die Vorbereitungen für das deutsch-französische Volksfest, das am Brandenburger Tor starten sollte, gestoppt. "Das Fest ist für heute wegen des Anschlags und der Opfer abgesagt", sagte ein Sprecher des Veranstalters. Der Aufbau war bereits in Gang, Buden und Zelte aufgebaut.

Bei dem Anschlag in Nizza starben mindestens 84 Menschen. Zahlreiche weitere wurden nach Angaben des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve verletzt. Ein Lastwagen war am Donnerstagabend, dem französischen Nationalfeiertag, über zwei Kilometer durch eine feiernde Menschenmenge auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais gerast. Der Fahrer wurde schließlich von der Polizei erschossen.

Als Täter wurde ein 31-jähriger Franko-Tunesier mit Wohnsitz in Nizza identifiziert. Dessen Ausweispapiere wurden im Tatwagen gefunden, hieß es aus Polizeikreisen. Präsident François Hollande sprach von einem terroristischen Charakter der Tat. Der genaue Hintergrund des Angriffs ist nicht bekannt.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP