Politik

Regierungskrise in Kanada Druck auf Premier Trudeau erhöht sich

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Das Vertrauen in Premierminister Justin Trudeau schwindet.

(Foto: REUTERS)

Der Vorwurf ist brisant: Ein kanadischer Baukonzern soll zu Zeiten Gaddafis Vertreter Libyens bestochen haben, um an lukrative Aufträge zu gelangen. Der Vorgang holt nun auch Kanadas Premierminister Trudeau ein. Denn er soll die Aufklärung im eigenen Land behindern.

Die Regierungskrise in Kanada um Vorwürfe einer Einmischung in die Justiz hat sich verschärft. Haushaltsministerin Jane Philpott erklärte wegen der Korruptionsaffäre um den Baukonzern SNC-Lavalin ihren Rücktritt - und setzt Premierminister Justin Trudeau damit weiter unter Druck. Sie habe ihr Vertrauen in die Regierung im Umgang mit dem Fall verloren, schrieb die Ministerin auf Twitter. "Auf dem Spiel stehen die Unabhängigkeit und Integrität unseres Justizsystems."

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In der Affäre geht es um Korruptionsermittlungen gegen SNC-Lavalin. Der kanadische Baukonzern soll während der Herrschaft des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi Vertreter des nordafrikanischen Staates bestochen haben, um sich Aufträge zu sichern.

Im vergangenen Februar sagte die frühere kanadische Justizministerin und Generalstaatsanwältin Jody Wilson-Raybould vor einem Parlamentsausschuss aus, Trudeau und sein Umfeld hätten Druck auf sie ausgeübt, damit der Fall nicht vor Gericht komme. Es habe sogar unterschwellige "Drohungen" gegeben.

Wilson-Raybould weigerte sich, Einfluss auf die Ermittlungen zu nehmen, wurde im vergangenen Januar an die Spitze des Veteranenministeriums versetzt und trat schließlich im Februar zurück. Wenige Tage später trat auch Trudeaus langjähriger Freund und Berater Gerry Butts zurück. Der Regierungschef hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Opposition verlangt seinen Rücktritt.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP

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