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26 Millionen Captagon-Pillen Dschihadisten-Droge in Piräus abgefangen

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Kämpfer des IS in Libyen. Das Aufputschmittel Captagon ist im Nahen Osten weit verbreitet.

AP

Drogenmissbrauch steht im Rechtsverständnis des sogenannten Islamischen Staates unter Todesstrafe. Die Dschihaidsten selbst nehmen es mit der Abstinenz aber nicht so ernst und versuchen immer wieder, an große Mengen Aufputschmittel zu kommen.

Große Mengen Aufputschmittel, die offenbar für die Terrormiliz Islamischer Staat bestimmt waren, haben Fahnder der griechischen Polizei und der US-Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Agency) in einem Hafen in Piräus beschlagnahmt. Das berichten mehrere griechische Medien übereinstimmend. Demnach waren auf einem Containerschiff rund 26 Millionen Pillen des Aufputschmittels Captagon im Wert von rund 13 Millionen Euro versteckt.

Den Berichten zufolge war das Schiff unterwegs von Indien nach Libyen. Im Hafen von Piräus legte der Frachter, der offiziell mit Handtüchern, Leinen-Kleidung und ähnlichen Produkten beladen war, einen Zwischenstopp ein. "Als das Schiff vor Anker gegangen ist, haben Beamte eine unangekündigte Kontrolle durchgeführt und die Drogen versteckt in einem der Container gefunden", sagte ein Sprecher des griechischen Zolls der Tageszeitung "Ethnos". Den Behörden zufolge sei es wahrscheinlich, dass die Lieferung an Kämpfer des IS gehen sollte.

Die Besatzung des Schiffes wurde festgenommen, gegen den Eigner des Frachters wurden Ermittlungen aufgenommen. Es handelt sich um ein Unternehmen in Libyen, das im Zusammenhang mit ähnlichen Fällen bereits mehrfach mit den Behörden in Kontakt war.

Captagon ist auch bekannt als "Dschihadisten-Droge". In der Vergangenheit wurden bereits mehrfach Lieferungen des Mittels in Bürgerkriegsgebiete in Syrien oder in den Irak, aber auch etwa nach Saudi-Arabien beschlagnahmt. Der Wirkstoff der Tabletten, Fenetyllin, gehört zur Gruppe der Amphetamine und lässt den Konsumenten Schmerzen und Müdigkeit kaum noch spüren.

Quelle: n-tv.de, bdk

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