Politik

Neubauten künftig bepflanzen EU-Parlament fordert Gesetz für Artenschutz

109328198.jpg

Eine Mindestanzahl von Dächern von Neubauten in Städten soll zukünftig bepflanzt werden.

(Foto: picture alliance / imageBROKER)

Das Ziel zum Schutz der Artenvielfalt, das sich die EU bis 2020 gesetzt hatte, wurde nicht erreicht. Nun will das EU-Parlament Artenschutz künftig im Gesetz verankern. Das soll sich auch im Stadtbild widerspiegeln.

Das Europäische Parlament hat einen stärkeren Schutz der Artenvielfalt in der EU gefordert. Die Abgeordneten stimmten mit großer Mehrheit für eine Resolution, die die EU auffordert, bis 2030 verbindliche Ziele für den Erhalt der Artenvielfalt festzulegen. Mindestens 30 Prozent der Landgebiete und der Meere sollen demnach zu Schutzzonen erklärt werden. 515 der 705 Abgeordneten stimmten für die Resolution.

Das ursprüngliche Ziel zum Schutz der Artenvielfalt, das sich die EU bis 2020 gesteckt hatte, war nicht erreicht worden. Das Parlament fordert nun die EU-Kommission auf, rechtlich verbindliche Maßnahmen zum Kampf gegen Artensterben, Waldsterben und Umweltverschmutzung auf den Weg zu bringen. Bienen und andere Bestäuber sollen zudem besser geschützt werden, eine Mindestanzahl von Dächern von Neubauten in Städten soll zukünftig bepflanzt werden.

Die Abgeordneten forderten auch ein striktes Verbot des Einsatzes von Herbiziden auf Basis von Glyphosat nach Dezember 2022. Das Mittel steht im Verdacht, krebserregend und schädlich für die Artenvielfalt zu sein. Die Frage ist in der Forschung allerdings umstritten.

Parlament fordert Biodversitätsgesetz

Das Parlament sprach sich damit für ein Biodiversitätsgesetz aus, das dem europäischen Klimagesetz ähnelt. Eine im April erzielte Einigung zwischen den EU-Institutionen sieht Klimaneutralität bis 2050 und das Erreichen von erheblich weniger CO2-Ausstoß bis 2030 vor.

"Gegen das Artensterben hilft nur ein starkes und verbindliches Biodiversitätsgesetz", erklärte der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold auf Twitter. Sabien Leemans, Expertin für Biodiversität der Umweltorganisation WWF, sprach sich ebenfalls für ein Biodiversitätsgesetz aus, "weil freiwillige Mechanismen einfach nicht funktionieren".

Quelle: ntv.de, can/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.