Politik

Karliczek im "ntv Frühstart" "Echte Perspektive für Schulen ist schwierig"

Bundesbildungsministerin Karliczek sieht derzeit keine "echte Perspektive" für die Öffnungen von Schulen. Die Länder will sie mit außerschulischen Programmen unterstützen.

Lange sagte die Bundesregierung, dass man die Schließung von Schulen um jeden Preis vermeiden wolle. Seit Mitte Dezember sind sie allerdings weitestgehend geschlossen und die Perspektiven für Öffnungen eher mau. "Das ist keine ganz einfache Frage, weil wir ja gerade mit den Mutationen auch sehr zu kämpfen haben", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek im "Frühstart" von ntv. "Eins muss klar sein: Gesundheitsschutz hat jetzt Vorrang."

Die CDU-Politikerin fügte hinzu: "Deswegen ist es schwierig, eine echte Perspektive zu geben. Aber was wir feststellen können, ist, dass die digitale Bildung und die digitale Schule wesentlich besser funktionieren als noch im letzten Jahr."

Hat jetzt jedes Kind einen Laptop?

Es komme nun darauf an, die "digitale Schule" weiter zu verbessern, sagte Karliczek: "Wir brauchen den Distanzunterricht noch eine Weile, wir brauchen Wechselunterricht. Wir brauchen einfach diese flexiblen Möglichkeiten, um dem Gesundheitsschutz den Vorrang einräumen zu können, den er hat."

Deswegen, so Karliczek, habe sie im letzten Jahr weitere 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um "den Kindern, die keinen Zugang zu Endgeräten haben, ein Endgerät aus der Schule heraus zur Verfügung zu stellen". Sie könne allerdings "nicht versprechen", dass mittlerweile auch wirklich jedes Kind den Zugang zu digitaler Bildung habe: "Weil das letztlich eine Vereinbarung ist, die vor Ort umgesetzt werden muss, und vor Ort haben natürlich die Schulleitung und die Lehrerinnen und Lehrer den besten Überblick, dass wirklich jedes Kind auch erreichbar ist."

Schulpolitik liegt in der Verantwortung der Länder. Karliczek betonte: "Da wir das Geld zur Verfügung gestellt haben und das meiste davon auch abgeflossen ist, gehe ich davon aus, dass das Land auf Land ab in der Regel funktioniert." Vor Ort angekommen sind diese Geräte allerdings vielfach nicht.

Programme für lernschwächere Kinder

Um dafür zu sorgen, dass Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden können, den Lernstoff nachzuholen, der während des Fernunterrichts verpasst wird, hat der Bund den Ländern Unterstützung in Form von außerschulischen Programmen angeboten.

"Ich habe gerade die Präsidentin der Kultusministerkonferenz angeschrieben und habe ihr angeboten, dass wir sie gerne mit einem außerschulischen Programm unterstützen würden, jetzt gerade auch in den Sommerferien, oder auch in den Osterferien." Hier gehe es um "Zusatzprogramme" insbesondere für lernschwächere Schüler. Der schulische Teil müsste von den Bundesländern übernommen werden. "Die außerschulischen Teile können wir natürlich unterstützen", sagte Karliczek.

Quelle: ntv.de, psa

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