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AKK will Antworten suchen "Ein Prozess, der zu kurz gekommen ist"

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Über 98 Prozent Zustimmung: Annegret Kramp-Karrenbauer

(Foto: AP)

Fast einstimmig wird Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Generalsekretärin der CDU gewählt. Im Interview mit n-tv.de spricht sie über die großen Erwartungen an sie und über Antworten auf die Fragen, die sie aufgeworfen hat.

n-tv.de: Wie erleichtert sind Sie, dass der Tag so gut gelaufen ist für Sie?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Es war ein sehr guter Tag für die CDU mit einer sehr intensiven Diskussion über den Koalitionsvertrag. Wir hatten eine große Zustimmung zu dem Vertrag und auch zu mir. Das ist eine gute Grundlage, um jetzt in die Arbeit zu starten.

Über 98 Prozent Zustimmung - was löst bei Ihnen aus?

Natürlich Freude und Dankbarkeit über die große Unterstützung. Aber es macht auch deutlich, wie hoch die Erwartungen sind. Das heißt, ich muss sehr schnell und sehr hart mit der Arbeit beginnen.

Welche Erwartungen haben Sie an sich selbst?

Was ich in der Rede auch beschrieben habe: das Bedürfnis der Partei, Positionen nochmal zu justieren, darüber zu diskutieren und in ein Grundsatzprozess einzubringen. Und ich will deutlich machen, dass man für stabile politische Verhältnisse eine stabile Volkspartei braucht.

Wie stabil kann die künftige Regierung sein, eine neue GroKo - falls es denn dazu kommt - angesichts der Situation, in der Union und SPD stecken?

Der Koalitionsvertrag ist aus meiner Sicht gut ausgehandelt und es sind viele Dinge darin sehr genau geregelt. Das ist eine gute Basis für die Zusammenarbeit. Und wir haben eine gute Mannschaft. Aus meiner Sicht steht einer stabilen Regierung nichts im Wege.

Sie haben heute in Ihrer Rede Fragen aufgeworfen, die jeden von uns betreffen - das Thema Sicherheit zum Beispiel oder die wirtschaftlichen Perspektiven. Wie werden Sie Antworten finden?

Wir werden erst einmal in einer Phase des Zuhörens aus all diesen Fragen Leitfragen entwickeln, die wir bei der Diskussion um das Parteiprogramm brauchen. Und wir müssen mit allen Mitgliedern und gesellschaftlichen Gruppen um uns herum über diese Fragen diskutieren. Der Prozess ist jetzt gestartet und dabei müssen die Antworten am Ende stehen und nicht am Anfang.

Wie kann es denn sein, dass Ihre Partei für so wichtige Themen noch keine Antworten hat? Die Themen sind ja nicht über Nacht gekommen.

Wir haben Antworten gegeben, vor allem im Regierungshandeln. Aber es gibt das Bedürfnis, sich noch einmal zu vergewissern, wo diese Antworten liegen. Das ist der Prozess, den wir starten wollen und es ist ein Prozess, der in den letzten Jahren etwas zu kurz gekommen und den wollen wir voller Eland voran treiben.

Sie haben in der Vergangenheit bewiesen, dass Sie sich nicht vor unbequemen Entscheidungen drücken. Woher holen Sie sich Rückhalt?

Das leitet sich ein Stück weit aus meiner Biografie ab, ein Stück weit aus meinem Glauben, aus dem Wissen, dass der Mensch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Und er ist nicht unbedingt immer das Maß aller Dinge und das macht gelassen. Diese Gelassenheit braucht man, wenn man Politik macht.

Quelle: n-tv.de, bdk

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