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Einmarsch in Sicherheitszone Erdogan droht mit Offensive in Nordsyrien

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Der einseitigen Waffenstillstandserklärung waren wichtige Eroberungen in der Region Idlib vorausgegangen.

(Foto: imago images / Xinhua)

Der türkische Präsident Erdogan droht die Geduld zu verlieren, weil ihm der Aufbau einer Pufferzone im Norden Syriens nicht schnell genug geht. Derweil fliegen die USA weiter Raketenangriffe in der Region.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Falle von Verzögerungen beim Aufbau einer "Sicherheitszone" in Nordsyrien eine militärische Offensive der türkischen Armee angedroht. Erdogan sagte, es gäbe "keine andere Wahl" als "eigene Operationspläne" umzusetzen, wenn türkische Truppen in den nächsten Wochen die von Ankara und Washington vereinbarte Zone in Nordsyrien nicht kontrollieren könnten.

"Wir haben nicht viel Zeit und Geduld, was die Sicherheitszone angeht", so Erdogan. Er hatte in der vergangenen Woche mit US-Präsident Donald Trump vereinbart, die "Kooperation" in der umkämpfen Rebellenbastion Idlib fortzusetzen, um "die Zivilisten zu schützen und neue humanitäre Krisen zu verhindern". Die Türkei und die USA hatten sich am 7. August auf die Einrichtung einer "Sicherheitszone" in Nordsyrien geeinigt. Eine gemeinsame Einsatzzentrale wurde bereits eingerichtet, gemeinsame Patrouillen sollen demnächst ihre Arbeit aufnehmen.

Unterdessen wächst in der Region die Wut auf die Türkei. Nach dem Freitagsgebet stürmten Tausende zum Grenzübergang Bab al-Hawa. Türkische Soldaten feuerten Tränengas in die Menge. Die Demonstranten warfen Erdogan "Verrat" vor.

US-Raketenangriffe auf Al-Kaida-Führer

Bei einem US-Angriff in der umkämpften syrischen Provinz Idlib wurden wenige Stunden nach dem Beginn einer Waffenruhe laut Aktivisten mindestens 40 Dschihadisten getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von einem Raketenangriff. Das Pentagon bestätigte die Attacke später, machte aber keine Angaben zu den eingesetzten Waffen. Der Angriff habe Anführern des Terrornetzwerks Al-Kaida gegolten, die für Attacken verantwortlich seien, die "amerikanische Bürger, unsere Partner und unschuldige Zivilisten" gefährdeten, erklärte das US-Verteidigungsministerium. Aus Rebellenkreisen in Idlib hieß es, Kampfflugzeuge hätten sieben Raketen abgefeuert und unter anderem zwei hochrangige Kommandanten der Dschihadistenmiliz Hurras al-Din getötet.

Am Samstagmorgen war eine neue Waffenruhe in der umkämpfen Rebellenbastion Idlib in Kraft getreten. Die einseitige Waffenruhe der Regierungstruppen war am Freitag von Russland, dem wichtigsten Verbündeten von Machthaber Baschar al-Assad, verkündet worden. Die russische Armee forderte die Dschihadisten und Rebellen in der Region auf, sich ab 06.00 Uhr Ortszeit der Feuerpause der syrischen Regierungstruppen anzuschließen.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP/dpa

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