Politik

Angebliche Kontakte zu Gülen Erdogan lässt Hunderte Soldaten festnehmen

Türkische Polizisten nehmen nach dem Putschversuch Soldaten auf dem Taksim-Platz fest (Archivbild).

Türkische Polizisten nehmen nach dem Putschversuch Soldaten auf dem Taksim-Platz fest (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

Der türkische Präsident Erdogan macht Fethullah Gülen für den gescheiterten Putsch von 2016 verantwortlich. Unter dem Verdacht, in Verbindung zu dem islamischen Prediger zu stehen, ordnen Behörden nun die Festnahme von mehreren Hundert Soldaten an.

Die türkischen Behörden haben staatlichen Medien zufolge bei landesweiten Razzien die Festnahme von 271 Soldaten angeordnet. Die Aktion in 47 Provinzen habe sich gegen Soldaten gerichtet, die angeblich in Kontakt mit Vertretern des seit 1999 im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen gestanden hätten, meldete der Sender TRT Haber. Insgesamt werden 350 Personen gesucht.

Allein in der westlichen Provinz Izmir stellten Staatsanwälte im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einer "Zelle in den Streitkräften" 75 Haftbefehle aus. Die Zeitung "Star" berichtete, die meisten derjenigen, die in Gewahrsam genommen werden sollten, seien Soldaten, die sich noch im aktiven Dienst befänden, darunter zehn Oberste. Aber auch ein General im Ruhestand zähle zu den Verdächtigen.

Die türkische Regierung wirft Gülen vor, Drahtzieher des gescheiterten Putsches vor zwei Jahren zu sein. Gülen weist dies zurück. Seit dem Umsturzversuch wurden nach UN-Angaben vom März etwa 160.000 Menschen festgenommen und nahezu ebenso viele Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes entlassen. Mehr als 77.000 vermeintliche Gülen-Anhänger wurden inhaftiert.

Kritiker werfen Präsident Recep Tayyip Erdogan vor, den Putschversuch als Vorwand zu nehmen, um Widerstand gegen die Regierung zu unterdrücken und gegen kritische Journalisten, Oppositionelle und Menschenrechtler vorzugehen. Erdogan hat dagegen erklärt, die Maßnahmen seien zum Schutz der nationalen Sicherheit notwendig.

Quelle: n-tv.de, lri/rts