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Die türkische Regierung macht Fethullah Gülen für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich.
Die türkische Regierung macht Fethullah Gülen für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 28. September 2017

US-Priester in türkischer Haft: Erdogan will Gülen austauschen

Die Türkei will den Prediger Gülen vor Gericht stellen. Doch der lebt im Exil in den USA. Präsident Erdogan schlägt nun vor, im Austausch für eine Auslieferung einen inhaftierten US-Priester freizulassen. Die USA reagieren darauf anders als gedacht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA aufgefordert, den islamischen Prediger Fethullah Gülen auszuliefern, wenn sie den seit fast einem Jahr in der Türkei inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson frei bekommen wollen. "Gebt ihn (Gülen) uns und wir werden ihn (Brunson) verurteilen und Euch zurückgeben", sagte Erdogan in einer Ansprache in einer Polizeiakademie.

Andrew Brunson betrieb mit seiner Ehefrau Norine eine evangelikale Kirche in der westtürkischen Küstenstadt Izmir, als sie im Oktober 2016 unter dem Verdacht festgenommen wurden, die "nationale Sicherheit" gefährdet zu haben. Während Norine Brunson kurze Zeit später freikam, wurde ihr Ehemann unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der Gülen-Bewegung inhaftiert. Die USA forderten wiederholt seine Freilassung.

Auf Erdogans Vorschlag reagierte die US-Regierung bisher nicht, verschärfte aber ihre Reisehinweise für die Türkei. Darin empfahl das US-Außenministerium nun US-Bürgern, "sorgfältig zu erwägen, ob eine Reise in die Türkei zu diesem Zeitpunkt notwendig ist". Ohne den Fall Brunson explizit zu erwähnen, warnte das Ministerium, dass die türkischen Behörden unter dem nach dem Putsch verhängten Ausnahmezustand US-Bürger festgenommen hätten, ohne diesen Zugang zu Anwälten oder Angehörigen zu gewähren.

Dekret erlaubt Austausch

Die Gülen-Bewegung wird in der Türkei für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich gemacht. Seitdem wurden Zehntausende mutmaßliche Gülen-Anhänger inhaftiert. Der Prediger lebt in den USA im Exil. Im August war ein neues Dekret veröffentlicht worden, das Präsident Erdogan das Recht gibt, verurteilte Ausländer gegen Türken im Ausland auszutauschen, wenn dies "notwendig für die nationale Sicherheit oder im Interesse des Landes" ist.

Bei den Türken im Ausland handelt es sich laut Dekret um Mitarbeiter des Geheimdienstes MIT oder andere Staatsbedienstete, die bei Tätigkeiten im Auftrag des Ministerpräsidenten oder Präsidialamtes Straftaten begangen haben sollen. Anwälte halten es aber für möglich, dass das Dekret von der Regierung breiter ausgelegt wird - dass also beispielsweise auch der Austausch inhaftierter Ausländer mit solchen Türken möglich wäre, die in der Türkei gesucht werden.

Quelle: n-tv.de

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