Politik

Brandanschlag in NRW Erneut türkische Einrichtung attackiert

Die Serie von Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen in Deutschland geht weiter. In Ahlen können Passanten die Flammen an einem Kulturzentrum löschen, bevor sich das Feuer ausbreitet. Die Polizei prüft einen Zusammenhang zum türkisch-kurdischen Konflikt.

Die Serie von Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen in Deutschland setzt sich fort. Im nordrhein-westfälischen Ahlen warfen Unbekannte in der Nacht mehrere Brandsätze gegen ein türkisches Kulturzentrum und in ein davor abgestelltes Auto, wie die Polizei in Münster mitteilte. Schon in den vergangenen Tagen hatte es in mehreren Städten ähnliche Attacken auf Moscheen und andere Gebäude gegeben.

Der Vorfall in Ahlen ging dank des schnellen Eingreifens von Anwohnern glimpflich aus: Ruß beschädigte nach Angaben der Beamten die Fassade des Zentrums in Ahlen, das Fahrzeug fing kein Feuer. Zeugen hatten demnach die vermummten Täter beobachtet. Sie konnten die Flammen löschen, bevor größerer Schaden entstand. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Ein politisch motivierter Hintergrund sei nicht auszuschließen.

Bereits in den Tagen zuvor hatte es Brandanschläge auf drei Moscheen in Berlin, im baden-württembergischen Lauffen und in Itzehoe in Schleswig-Holstein gegeben. Dort wurde auch ein türkischer Gemüseladen mit einem Brandsatz attackiert. Ein weiterer Angriff galt einem türkisch-deutschen Freundschaftsverein im nordrhein-westfälischen Meschede.

Verbindungen zur Afrin-Offensive?

Im Fall der Anschläge von Itzehoe gehen die Ermittler weiterhin von einem möglichen Zusammenhang mit dem aktuellen türkisch-kurdischen Konflikt aus. Es werde jedoch in alle Richtungen ermittelt, erklärten sie. "Für einen fremdenfeindlichen Hintergrund gibt es im Moment allerdings wenige Ansätze." Das Augenmerk richte sich auch auf die aktuellen Geschehnisse im gesamten Bundesgebiet.

Schon am Wochenende hatten die Itzehoer Beamten mitgeteilt, auch einen Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen wegen der türkischen Offensive auf die kurdisch geprägte Afrin-Region in Syrien zu prüfen. Wegen der Militäroperation gibt es seit Wochen immer wieder Demonstrationen von Kurden und teilweise auch gewalttätige Proteste in Deutschland.

Am Samstag hatten Teilnehmer einer Demonstration in Hamburg nach Angaben der Polizei das türkische Konsulat mit Steinen beworfen und vergeblich versucht, Absperrungen der Beamten zu durchbrechen. Zudem besetzten Protestierende später ein Gleis im Hauptbahnhof. In der Nähe gab es auch eine Auseinandersetzung zwischen Kurden und nationalistischen Türken.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP