Politik

Staat zapft 30 Tonnen Gold ab Erneuter Stromausfall in Venezuela

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In Venezuela herrscht seit Jahren eine katastrophale Versorgungslage. Nach UN-Angaben sind rund drei Millionen Menschen aus dem Land geflohen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Venezuela hat die Bevölkerung erneut mit einem großflächigen Stromausfall zu kämpfen. Die Regierung versucht nun mit allen Mitteln, das Land aus der Wirtschaftskrise zu befreien und bedient sich dabei an den Goldreserven der Zentralbank.

In weiten Teilen Venezuelas ist erneut der Strom ausgefallen. Der gravierende Stromausfall begann in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch und betraf die Hauptstadt Caracas sowie große Gebiete in mindestens 20 der 23 Bundesstaaten. Auch in den sozialen Netzwerken wurde die Panne von Nutzern dokumentiert.

Weder die Regierung noch der staatliche Stromkonzern Corporación Eléctrica Nacional (Corpoelec) äußerten sich zunächst zu dem Stromausfall. Frühere Ausfälle hatte der umstrittene Staatschef Nicolás Maduro mit Sabotage-Akten begründet und die USA dafür verantwortlich gemacht. Wegen der US-Sanktionen fehlen der Regierung wichtige Einnahmen aus den Exporten des staatlichen Ölkonzerns PDVSA.

Guaidó macht Regierung für Stromausfall verantwortlich

Die Opposition um den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó beschuldigte dagegen die Regierung, für die Ausfälle verantwortlich zu sein, die in dem südamerikanischen Krisenstaat an der Tagesordnung sind. Der von mehr als 50 Staaten weltweit anerkannte Guaidó hat für den heutigen Mittwoch zu erneuten Massenprotesten gegen Störungen im öffentlichen Dienst aufgerufen.

Die Wirtschaftskrise des Landes spitzt sich weiter zu. Insidern zufolge hat die Regierung Venezuelas die Goldvorräte der Zentralbank angezapft. Aus deren Tresoren seien allein in der vergangenen Woche acht Tonnen des Edelmetalls entnommen worden, sagte ein Abgeordneter. Es wird erwartet, dass der klamme Staat das Gold im Ausland gegen Devisen verkauft.

Staat holt sich Gold aus Zentralbank

Einem Regierungsvertreter zufolge schmolzen die Goldreserven der Zentralbank seit Jahresbeginn um 30 Tonnen. Anfang des Jahres hatte die in Abu Dhabi ansässige Investmentfirma Noor Capital mitgeteilt, drei Tonnen Gold aus Venezuela gekauft zu haben. Sie betonte, so lange nichts mehr zu kaufen, bis sich die Situation im Land stabilisiert habe. In den Tresoren von Venezuelas Zentralbank sollen sich noch rund 1000 Tonnen Gold befinden. Dessen Gesamtwert wird auf mehr als vier Milliarden Dollar beziffert.

Weder die Notenbank noch das Informationsministerium wollten sich auf Nachfrage dazu äußern. Dafür kommt scharfe Kritik aus den USA. "Die Vereinigten Staaten verurteilen alle Versuche von Maduro und seinen Unterstützern, Ressourcen des venezolanischen Volkes zu stehlen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington. "Wir ermutigen Unternehmen, Banken und andere Instanzen, ob nun in den Vereinigten Staaten oder in anderen Ländern, nicht mitzumachen beim Notverkauf venezolanischer Produkte durch das Maduro-Regime."

Quelle: n-tv.de, joh/rts/AFP

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