Politik

Helge Braun im "Frühstart" "Eskalationsstufe 2G" nicht ausgeschlossen

Kommen nach der Bundestagswahl doch noch härtere Maßnahmen für Ungeimpfte? Kanzleramtschef Helge Braun schließt das nicht aus. Die Situation in den Krankenhäusern sei entscheidend.

Der Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun, hat mit Blick auf die Zeit nach der Bundestagswahl und den Herbst klargestellt, dass härtere Maßnahmen für Ungeimpfte nicht ausgeschlossen sind. Dies hinge allerdings von der Situation in den Krankenhäusern ab, sowie von einem hohen Infektionsgeschehen in Schulen, sagte der CDU-Politiker im "Frühstart" von ntv.

In diesem Fall könne man "die Eskalationsstufe 2G grundsätzlich nicht ausschließen". Braun betonte: "Aber nur dann, wenn wir diese Überlastungszeichen im Gesundheitswesen sehen, und das ist momentan nicht der Fall." Braun sagte zudem, dass man "sehr genau" auf die Situation in den Krankenhäusern schaue.

Sollten Operationen für Geimpfte abgesagt werden, weil "Betten freigehalten werden müssen für zusätzliche Corona-Patienten, dann muss man auch überlegen: Sind weitere Maßnahmen erforderlich?" Allerdings habe sich das Infektionsgeschehen durch die 3G-Regel derzeit "einigermaßen stabilisiert".

Dänemark? "Selbstverständlich."

Auf die Frage, ob Deutschland - wie beispielsweise Dänemark - in absehbarer Zeit zu einer fast kompletten Normalität zurückkehren könne, sagte Braun: "Selbstverständlich. Dänemark hat profitiert davon, dass sie eine deutlich höhere Impfquote haben."

Das Virus finde in Dänemark quasi niemanden mehr, der noch angesteckt werden könne: "Selbst bei einem im Grunde völlig normalen Verhalten der Bevölkerung. Da kommen wir früher oder später auch hin." Braun sagte aber auch, dass dies entweder durch einen erhöhten Impffortschritt zu schaffen sei: "Ansonsten müssen in Herbst und Winter auch alle die, die das Impfangebot nicht wahrnehmen, damit rechnen, dass sie die Corona-Infektion durchmachen müssen. Das finde ich aus meiner Sicht vermeidbar."

Mit Blick auf die bundesweite Aktionswoche fürs Impfen betonte Braun wiederum, dass jetzt der letzte Zeitpunkt sei, um sich vor einer Corona-Infektion im Herbst und Winter zu schützen. "Man muss sich jetzt impfen lassen, um im Herbst und Winter mit beiden Impfungen eine vollausgeprägte Immunität zu haben. Das ist zu spät im November, wenn wir möglicherweise noch mal mehr Infektionsgeschehen haben."

Braun sagte auch, dass es zwar "ok" sei, eine Bratwurst als Anreiz für eine Impfung anzubieten, aber: "Auch als Mediziner muss man sagen: Irgendwelche größeren Belohnungen dafür, dass sich jemand impfen lässt, das fände ich aus ethischer Sicht falsch. Das Impfen an sich ist ja schon der Vorteil."

Quelle: ntv.de, psa

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