Politik

Heftige Auseinandersetzungen Etliche Tote bei Protesten im Irak

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Sicherheitskräfte setzten unter anderem Tränengas gegen die Demonstranten ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Unruhen im Irak halten an. Seit Wochen gehen die Menschen auf die Straße und fordern den Sturz der Regierung und die Auflösung des Parlaments. Bei erneuten Protesten kommt es zu schweren Auseinandersetzungen: 42 Demonstranten sterben.

Erneut sind bei regierungskritischen Protesten im Irak Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Bei Demonstrationen und Brandstiftungen an Regierungsgebäuden und Parteizentralen starben mindestens 42 Demonstranten. Viele der Opfer erstickten an Rauchgas, andere wurden erschossen. Die Uno warf der irakischen Polizei Menschenrechtsverletzungen vor.

Bereits Anfang des Monats waren bei Protesten im Irak binnen einer Woche mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Danach waren die Proteste zum Erliegen gekommen, bevor sie am Donnerstagabend erneut aufflammten. Die Protestbewegung fordert radikale Reformen, eine neue Verfassung und ein Ende der Korruption.

Demonstranten setzten am Freitag Regierungsgebäude und die Zentralen politischer Parteien sowie bewaffneter Gruppen in Brand. Die Proteste, Brandstiftungen und Angriffe gingen in der Nacht in mehreren Provinzen im Süden des Landes weiter. Dort wurden Ausgangssperren verhängt. Das Parlament kündigte für diesen Samstag eine Sondersitzung an, in der die Forderungen der Demonstranten sowie von Regierungschefs Adel Abdul-Mahdi vorgeschlagene Sozialreformen diskutiert werden sollen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres warf den irakischen Sicherheitskräften vor, für den Tod von Demonstranten und für schwere Menschenrechtsverletzungen bei der ersten Protestwelle Anfang des Monats verantwortlich zu sein.

Zwölftkorruptester Staat der Welt

Im Irak lebt jeder fünfte Bürger in Armut. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt nach Angaben der Weltbank bei rund 25 Prozent. Das Land, das als zweitgrößter Ölproduzent der Opec gilt, wird von Transparency International als zwölftkorruptester Staat der Welt eingestuft.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte wegen der Ausschreitungen und gewalttätigen Zusammenstößen vor Reisen in das Land. Seit Anfang Oktober wurden bei den Massenprotesten in dem Land mehr als 150 Menschen getötet.

Quelle: ntv.de, ibu/AFP