Deutschland ist HauptgeberEuropa fängt US-Ausfall bei Militärhilfen für die Ukraine auf

Nach dem fast vollständigen Rückzug der USA springt Europa bei der Unterstützung für die Ukraine in die Bresche. Im vergangenen Jahr stocken europäische Staaten ihr Engagement deutlich auf. Insgesamt erhält die Ukraine 2025 aber weniger Militärhilfe als in den Jahren zuvor.
Im vergangenen Jahr hat Europa seine militärische Unterstützung für die Ukraine deutlich ausgeweitet. Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024 stiegen die europäischen Militärhilfen um 67 Prozent, wie aus dem Ukraine-Support-Tracker des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel hervorgeht. Durch den Rückzug der USA lagen die gesamten Militärhilfen für die Ukraine dennoch um 13 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre.
Das Wachstum der europäischen Militärhilfe im Jahr 2025 wurde maßgeblich von Deutschland (9 Milliarden Euro) und dem Vereinigten Königreich (5,4 Milliarden Euro) getragen. Dahinter folgen Schweden (3,7 Milliarden Euro), Norwegen (3,6 Milliarden Euro) und Dänemark (2,6 Milliarden Euro).
Der Anstieg der europäischen Militärhilfe offenbart aber auch wachsende Ungleichheiten zwischen den Regionen. Während Westeuropa mit 62 Prozent die Hauptlast trägt, sinkt der Anteil Ost- und Südeuropas stetig. Aus Osteuropa kamen 2022 noch 17 Prozent der Militärhilfen, 2025 waren es nur noch etwa zwei Prozent. In Südeuropa ging er im gleichen Zeitraum von sieben auf drei Prozent zurück.
Hinter Westeuropa ist der Norden die zweitwichtigste Geberregion. Sein Anteil stieg von 18 Prozent im Jahr 2022 auf 36 Prozent im Jahr 2023 und blieb danach auf ähnlichem Niveau.
Obwohl Nordeuropa etwa ein Drittel der zugewiesenen europäischen Militärhilfen bereitstellt, macht die Region nur acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts der 31 im Tracker erfassten Geberländer Europas aus. Südeuropa bleibt trotz eines Anteils von 19 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ein kleiner Geber.