Politik

Umbau kostet über halbe Million Europaparlaments-Vize baut sich teures Hightech-Büro

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Rainer Wieland verteidigt sein teures Hightech-Büro als wichtiges Projekt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer mehr Menschen finden Gefallen an Smarthomes, bei denen sich von der Heizung bis zum Fenster alles via Handy steuern lässt. Auch Rainer Wieland scheint ein Technik-Fan zu sein: Einem Bericht zufolge besitzt der Vizepräsident des Europaparlaments ein Hightech-Büro - für mehr als eine halbe Million Euro.

Die hohen Kosten für den Umbau seines Büros am Sitz des Europaparlaments in Straßburg bringen Vizepräsident Rainer Wieland Kritik ein. Das berichtet der "Spiegel". Demnach hat die umfangreiche Modernisierung nach einer Übersicht der Parlamentsverwaltung, bei der im Rahmen eines sogenannten Ideen-Labors innovative Bürotechnik getestet werden soll, bislang knapp 630.000 Euro verschlungen. Im Büro des CDU-Politikers können Fenster auf Knopfdruck geöffnet, Glasscheiben eingefärbt und Türen elektronisch gesichert werden.

Für die Ausstattung mit modernstem Mobiliar und innovativer Gebäudetechnik wurden bislang knapp 490.000 Euro ausgegeben, heißt es in dem Artikel. Mehr als 50.000 Euro fielen demnach allein für die Abriss- und Umbauarbeiten an, bei denen Wielands Büro auf die oberste Etage des Brüsseler Parlamentsgebäudes verlegt und erheblich erweitert wurde. Für die Einrichtung eines sogenannten Multifunktionsraums für Online-Konferenzen und Video-Aufzeichnungen sind der Verwaltung zufolge knapp 135.000 Euro gezahlt worden.

Der grüne Europaabgeordnete Daniel Freund, zuständiger Berichterstatter im Haushaltskontrollausschuss, kritisiert Wieland scharf. Für das Projekt habe es offenbar "keine spezifische Kostenschätzung" gegeben, heißt es im Entwurf seines Berichts für das EU-Parlament. Es handele sich um Summen, die Europas Steuerzahlern nicht zu vermitteln seien. "Da hat offenbar jemand die Bodenhaftung verloren", sagte er dem Bericht zufolge. "Solche Projekte können alte Vorurteile verstärken, dass die Abgeordneten in Brüssel schon genug Privilegien haben."

Wieland verteidigte gegenüber dem Magazin dagegen die teuren Umbauarbeiten in seinem Büro als wichtiges Projekt. "Es geht nicht um persönliche Annehmlichkeiten, sondern um eine moderne und effiziente Bürotechnik, die später auf alle Abgeordneten ausgerollt werden soll", sagte er demnach. "Testen kostet Geld, aber nicht testen kostet auch Geld."

Quelle: ntv.de, joh

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