Politik

Stopp für Terrorwerbung Europol legt IS-Propaganda lahm

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Screenshot aus einem Propagandavideo, das der Islamische Staat im Januar über seine Kanäle veröffentlicht hatte.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Auf seinen Propagandakanälen wirbt der IS für seinen Heiligen Krieg und neue Rekruten an. Polizeibehörden in den USA und der EU haben die Kanäle nun nach eigenen Angaben stillgelegt. Sie wollen die Radikalisierung junger Menschen dadurch erschweren.

Schwerer Schlag gegen die IS-Propaganda: Polizeibehörden in den USA und der EU haben nach eigenen Angaben in einer gemeinsamen Aktion die öffentlichen Kommunikationskanäle der Dschihadistenmiliz weitgehend lahmgelegt. Damit sei es gelungen, den "Propaganda-Möglichkeiten" des Islamischen Staates (IS) "einen schweren Schlag zu versetzen", erklärte Europol-Chef Rob Wainwright in Den Haag. Hauptziel des Einsatzes war die IS-Agentur Amaq.

Wainwright nannte die zweitägige Aktion in einer Mitteilung "bahnbrechend" für die Einschränkung der IS-Propaganda im Internet. Die Radikalisierung junger Menschen in Europa werde dem IS so erschwert.

Der Einsatz wurde von Europols Hauptsitz in Den Haag aus koordiniert und von der EU-Justizbehörde Eurojust unterstützt. Nationale Polizeieinheiten beschlagnahmten am Mittwoch und Donnerstag Server in den Niederlanden, Kanada und den USA sowie Datenmaterial in Bulgarien, Frankreich und Rumänien. Eine britische Anti-Terror-Einheit identifizierte Büros zur Registrierung für Internet-Domains, die vom IS missbraucht worden waren.

Kampagne gegen Amaq

Ziel der Ermittler war vor allem die IS-Agentur Amaq, die häufig Erklärungen der Organisation verbreitet. Doch auch andere Medienkanäle wie etwa Radio al-Bayan oder die Nachrichtenseiten Halumu und Nashir waren betroffen.

Die Aktion war die jüngste Etappe einer im Jahr 2015 gestarteten Kampagne. Bereits damals hatte Europol vor Amaq gewarnt und auf die "technische Widerstandsfähigkeit" der extremistischen Online-Infrastruktur verwiesen.

Der IS nutzte Amaq im Jahr 2016 unter anderem dafür, sich zu den tödlichen Anschlägen im Nahen Osten, in Paris, Brüssel, Barcelona und Berlin zu bekennen. Auch das Attentat in einem Supermarkt im südfranzösischen Trèbes im März, bei dem vier Menschen getötet wurden, hatte der IS via Amaq für sich reklamiert.

Quelle: ntv.de, chr/AFP