Politik

Feuer in Wohnkomplex Explosionen erschüttern Stadtzentrum von Kiew

Kiew war in den vergangenen Wochen nur selten Ziel russischer Angriffe. Nun wird das historische Viertel im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt von einer Rakete getroffen. Laut Bürgermeister Klitschko wird ein Wohnkomplex evakuiert.

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist von mehreren Explosionen erschüttert worden. Nach Berichten von AFP-Journalisten wurde ein Wohnkomplex im Zentrum der Stadt getroffen, Feuer brach aus. Eine halbe Stunde zuvor hatten die Luftangriffssirenen der Stadt Alarm geschlagen. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens fünf Menschen verletzt.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram, dass es mehrere Explosionen im Bezirk Schewtschenkiwskij gegeben habe. Das historische Viertel im Zentrum von Kiew beherbergt eine Reihe von Universitäten, Restaurants und Kunstgalerien. Eine Rakete habe ein neunstöckiges Wohnhaus getroffen, schrieb Anton Heraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, auf Telegram. Eine weitere Rakete sei auf dem Gelände eines Kindergartens im Bezirk Schewtschenko eingeschlagen. Die Rettungs- und Löscharbeiten dauerten morgens noch an.

Kiew wieder Ziel russischer Angriffe

Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Olexij Hontscharenko schrieb, insgesamt hätten russische Truppen in den Morgenstunden 14 Raketen auf Kiew und Umgebung abgefeuert. Überprüfen ließ sich das zunächst nicht. Bereits am Samstag hatte es einen Raketenangriff auf die westukrainische Stadt Sarny gegeben, bei dem Behördenangaben zufolge mindestens drei Menschen getötet wurden.

Die ukrainische Hauptstadt war in den vergangenen Wochen nur selten Ziel russischer Angriffe, das russische Militär konzentriert seine Angriffe derzeit vor allem auf den Osten des Landes. Zuletzt war Kiew Anfang Juni beschossen worden. Während die ukrainische Seite von beschädigter Bahn-Infrastruktur sprach, meldete Moskau die gezielte Zerstörung von frisch aus dem Ausland gelieferten Panzern.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Stunden vor dem Angriff auf die Hauptstadt angekündigt, alle von Russland eingenommenen Städte zurückzuerobern. Er verwies dabei auf Sjewjerodonezk, Donezk und Lugansk. Auch Melitopol und Mariupol seien nicht in Vergessenheit geraten. "Alle anderen Städte der Ukraine, die vorübergehend besetzt sind, werden ukrainisch sein." Russland hatte die Einnahme von Sjewjerodonezk bekannt gegeben.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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