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"Reaktion auf politischen Druck" FBI entlässt Trump-kritischen Ermittler Strzok

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Bis Juli 2017 war Peter Strzok an den Untersuchungen in der Russland-Affäre beteiligt.

(Foto: AP)

Das FBI feuert den langjährigen Ermittler und Trump-Kritiker Peter Strzok - zur Freude des US-Präsidenten. Denn der verspricht sich von der Entlassung ein Ende der Ermittlungen in der Russland-Affäre. Strzok gehörte bis Juli 2017 zum Team von Sonderermittler Mueller.

Der FBI-Beamte Peter Strzok, der sich wegen Kritik an US-Präsident Donald Trump in privaten Textmitteilungen von den Ermittlungen zur Russland-Affäre zurückziehen musste, ist gefeuert worden. Wie Strzoks Anwalt Aitan Goelman mitteilte, wurde Strzok am vergangenen Freitag von Vize-FBI-Direktor David Bowdich entlassen - nach 21 Jahren beim FBI.

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Peter Strzok sei gefeuert worden, obwohl ein internes Disziplinarverfahren lediglich eine Suspendierung für 60 Tage sowie eine Herabstufung seines Dienstgrades empfohlen habe, sagte sein Anwalt Aitan Goelman dem Portal "Politico" und anderen US-Medien. Das FBI wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern. Trump freute sich auf Twitter, dass Strzok "endlich" gefeuert worden sei. Die "Liste der schlechten Spieler" beim FBI und beim Justizministerium werde "länger und länger".

Strzok spielt eine wichtige Rolle beim Versuch Trumps, die Ermittlungen zur Russland-Affäre als voreingenommen zu diskreditieren. Strzok war einer der Ermittler in der E-Mail-Affäre um die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und wurde später Teil der Russland-Untersuchung. Er verließ das Team von Sonderermittler Robert Mueller aber im Juli 2017, nachdem Textnachrichten von ihm und der FBI-Anwältin Lisa Page, mit der er eine Affäre hatte, entdeckt wurden. In einer der Nachrichten aus dem Jahr 2016 schrieb Page, Trump werde doch hoffentlich niemals Präsident werden? Strzok antwortete: "Nein. Nein, wird er nicht. Wir werden das stoppen."

Trump sieht darin einen Beleg dafür, dass die Ermittlungen in der Russland-Affäre politisch motiviert seien. In seiner Twitternachricht bekräftigte der Präsident, dass die Untersuchung ein "totaler Schwindel" sei. Er forderte zudem, dass die Untersuchung gegen Clinton wegen der Nutzung privater Server neu aufgerollt werden müsse. Trump stellte zudem die Frage, ob die Ermittlungen zur Russland-Affäre nun "fallengelassen" würden - schließlich sei Strzok für diese "Hexenjagd" zuständig gewesen.

Strzok wurde vor kurzem zehn Stunden vom Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses befragt. Sein Anwalt sagte, die Entlassung sei "eine Reaktion auf politischen Druck" und widerspreche der bisher üblichen Praxis beim FBI. Bei einer langwierigen Untersuchung und mehreren Befragungen durch den US-Kongress sei nicht der kleinste Beweis dafür gefunden worden, dass sich Strzoks "persönliche Ansichten jemals auf seine Arbeit ausgewirkt haben", sagte Goelman. Zu der Textnachricht sagte er, sie sei eine Reaktion auf beleidigende Äußerungen Trumps gegen die Familie eines gefallenen US-Soldaten gewesen. 

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa

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