Politik

Kritik an politischer Wortwahl FDP-Chef warnt vor "vertrumpter Demokratie"

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FDP-Chef Christian Lindner findet die Wortwahl einiger Spitzenpolitiker teilweise nicht so passend.

(Foto: dpa)

Christian Lindner bemängelt die Sprache in der Politik. Selbst hohe Staatsmänner verwenden immer häufiger "Pegida-Vokabular", bemängelt der FDP-Chef. Völkisches und autoritäres Denken werde damit wieder salonfähig. Eine Gefahr für die Demokratie.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat eine Verrohung der Sprache und politischen Kultur in Deutschland kritisiert. "Wir laufen Gefahr, in einer verprollten, vertrumpten Demokratie zu leben", sagte Lindner der "Bild am Sonntag". "Inhaber höchster Staatsämter nutzen Pegida-Vokabular, wodurch die politische Kultur verroht." Es verdiene Respekt, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU dies inzwischen eingeräumt habe, sagte Lindner.

Er kritisierte zudem, dass "völkisches und autoritäres Denken salonfähig" werde. "Dagegen muss man sich wehren", forderte der FDP-Chef. "Leider schießen die Berufsempörten der Republik dabei oft so über das Ziel hinaus, dass sie das Gegenteil erreichen." Wer reale Probleme bei der Zuwanderung anspreche, werde "von linken Trollen in sozialen Medien als Rassist gebrandmarkt", kritisierte Lindner.

Millionen Menschen fänden sich daher in der öffentlichen Debatte nicht wieder. "Wenn die von rechter Pöbelei und linkem Shitstorm geprägt wird, dann verliert die politische Mitte ihre Heimat", warnte Lindner.

Der Parteichef sah sich bereits selbst mit dem Vorwurf konfrontiert, Stimmungsmache gegen Zuwanderer zu betreiben. Beim FDP-Parteitag im Mai in Berlin hatte er gesagt, die Menschen, die beim Bäcker in der Schlange stünden, könnten nicht unterscheiden, ob ein Mensch, der in gebrochenem Deutsch ein Brötchen bestelle, ein hochqualifizierter Entwickler oder ein illegal zugewanderter Ausländer sei.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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