Politik

Teure und schwierige Beschaffung FDP fordert Schutzkleidung per Luftbrücke

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Gerade braucht die ganze Welt Schutzmasken.

(Foto: REUTERS)

Nie wurden Schutzmasken dringender gebraucht als in der Corona-Krise. Die FDP fordert deshalb für ihre Beschaffung eine Luftbrücke. Die CSU hingegen will eine nationale Notfallproduktion. Berlin will inzwischen die Bundeswehr um Hilfe bitten.

In der Corona-Krise bleibt die Versorgung mit Schutzkleidung extrem schwierig. FDP-Chef Christian Lindner will deshalb mit einer "nationalen Luftbrücke" die Beschaffung von Schutzmasken erleichtern. "Warum schaffen wir nicht pragmatisch eine nationale Luftbrücke, um in China produzierte Materialien zu uns zu transportieren? Stattdessen stehen viele Maschinen der Lufthansa am Boden und die Zulassung von Importprodukten dauert", sagte Lindner der "Welt am Sonntag".

Er habe erwartet, dass der deutsche Staat für solche Notlagen Reserven hat. "Wir haben das bei Getreide und Erbsen und Öl - warum also nicht auch bei Schutzmasken und Medikamenten?" Er habe nichts gegen eine regionale Produktion, aber dann müsse man die Standortbedingungen dafür verbessern.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bringt für die bessere Ausstattung mit Schutzmasken eine "nationalen Notfallproduktion" ins Gespräch. "Es ist auf Dauer nicht akzeptabel, dass wir uns auf dem Weltmarkt gegen die Wildwest-Methoden einiger Länder beim Aufkaufen von Schutzausrüstung zur Wehr setzen müssen", sagte er der "Bild am Sonntag". Das alles sei ein großer Charaktertest - auch für internationale Beziehungen.

Berlin sitzt auf dem Trockenen

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci will die Bundeswehr zum Transport von Schutzmasken von China nach Deutschland einsetzen. Sie habe ein entsprechendes Amtshilfeersuchen gestellt, sagte die SPD-Politikerin der "Berliner Morgenpost". "Wir beschaffen gerade neue Masken und erwarten eine Lieferung aus China", sagte sie. "Das Problem ist, dass wir diese nicht nach Berlin transportiert bekommen."

Sie appellierte an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dem Ersuchen zuzustimmen. "Die Bundeswehr müsste den Transport übernehmen - und die Schutzkleidung nach Berlin ausfliegen." Derzeit wartet der Berliner Senat auf die Lieferung von 400.000 bestellten Schutzmasken aus Asien. Eine erste Charge von 200.000 Masken ist nach Senatsangaben auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Der Grund war am Samstag unbekannt, der Senat forsche nach, hieß es.

Am Samstagabend ist nach Angaben von Airbus ein Flugzeug aus China mit rund vier Millionen Schutzmasken in Hamburg gelandet. Das im Rahmen einer inzwischen eingerichteten, regelmäßigen "Airbus-Luftbrücke" eingeflogene Material solle nun an Spanien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien zum Kampf gegen die Corona-Pandemie übergeben werden, wie der Luftfahrtkonzern mitteilte. In den vergangenen Tagen habe das Unternehmen bereits mehrere Flüge zwischen Europa und China organisiert, um zahlreiche europäische Krankenhäuser mit rund sechs Millionen Masken auszurüsten, hieß es.

Quelle: ntv.de, sba/dpa