Politik

Angestrebter NATO-Beitritt Finnlands Präsident und Putin sprechen "aufrichtig"

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Niinistö und Putin hatten sich noch im Oktober vergangenen Jahres getroffen.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Finnen wollen der NATO beitreten und damit ihre militärisch neutrale Rolle aufgeben. Den Russen ist das ein Dorn im Auge. Der finnische Präsident erklärt Putin am Telefon, warum es zu diesem Bruch gekommen ist. Der spricht von einem "Fehler".

Der finnische Präsident Sauli Niinistö hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin angerufen, um mit ihm über den angestrebten NATO-Beitritt seines Landes zu sprechen. Niinistö erklärte, er habe am heutigen Samstag ein "direktes und aufrichtiges" Telefongespräch mit Putin geführt. "Es wurde als wichtig erachtet, Spannungen zu vermeiden", ergänzte Niinistö. Er betonte, der Anruf sei von Finnland ausgegangen.

Der finnische Präsident erklärte weiter, sein Land wolle sich "der praktischen Fragen, die sich aus der Nachbarschaft zu Russland erheben, korrekt und professionell annehmen". Er habe Putin zudem mitgeteilt, "wie grundlegend Russlands Forderungen von Ende 2021 mit dem Ziel, Staaten vom Beitritt zur NATO abzuhalten sowie Russlands massive Invasion der Ukraine im Februar 2022 Finnlands Sicherheitsumfeld verändert haben".

Der Kreml teilte nach dem Telefongespräch mit, Putin habe gegenüber Niinistö "unterstrichen, dass das Ende der traditionellen Politik militärischer Neutralität ein Fehler wäre, da keine Bedrohung für die Sicherheit Finnlands besteht".

Peskow: "Definitiv" eine Bedrohung

Niinistö und Regierungschefin Sanna Marin hatten am Donnerstag erklärt, Finnland wolle angesichts des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine "unverzüglich" einen Antrag auf den Beitritt zur NATO stellen. Nach Jahrzehnten der militärischen Bündnisneutralität ist dies für Helsinki ein grundsätzlicher verteidigungspolitischer Richtungswechsel.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte nach der Ankündigung gesagt, Russland würde eine finnische Mitgliedschaft in dem westlichen Militärbündnis "definitiv" als Bedrohung ansehen. Das russische Außenministerium erklärte, Moskau sehe sich gezwungen, darauf "militärtechnisch und auf andere Weise" zu reagieren. In der Nacht zum Samstag stoppte Russland nach vorheriger Ankündigung seine Stromlieferungen nach Finnland.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 14. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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