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Nach Räumung in Idomeni Flüchtlinge errichten neues Camp

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Nur 3700 von 8500 Flüchtlingen konnten von Idomeni in offizielle Lager gebracht werden.

(Foto: AP)

Bereits Wochen vor der Räumung des Flüchtlingslagers in Idomeni brechen Tausende auf, um der geplanten "Umsiedlung" in staatliche Unterkünfte zu entgehen. Nun sind die Verschwundenen wieder aufgetaucht - in einem neuen improvisierten Lager.

Nur wenige Kilometer vom nordgriechischen Grenzort Idomeni entfernt lassen sich Flüchtlinge und Migranten erneut in einem improvisierten Lager nieder. Die ehemaligen Bewohner des wilden Camps, das in der vergangenen Woche geräumt worden war, zögen eine Art Plateau im Freien den staatlichen Unterkünften in ausrangierten Industriegebäuden und Kasernen vor, berichtete die Athener Tageszeitung "Kathimerini".

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Viele der Lagerbewohner hatten sich bereits vor einer Woche nach der Ankündigung der Räumung davongemacht, um nicht in staatliche Aufnahmelager gebracht zu werden. Bei der Räumung seien lediglich 3700 der rund 8500 Migranten umgesiedelt worden, die sich zuletzt in Idomeni aufgehalten hätten. Tausende Verschwundene tauchten nun an anderen Stellen wieder auf, heißt es in dem Bericht.

Die Flüchtlinge und Migranten im Lager von Idomeni hatten bis zuletzt gehofft, dass sich die Grenze nach Mazedonien doch noch öffnen könnte. Viele wollen sich aus diesem Grund weiterhin in Grenznähe aufhalten. Die staatlichen Auffanglager hingegen liegen häufig weiter weg im Landesinneren - und stehen zudem in der Kritik, keine guten Lebensbedingungen zu bieten.

"Idomeni war besser!"

Wie die Hilfsorganisation Medico mit Sitz in Frankfurt am Main berichtete, sind etwa 200 Flüchtlinge aus Idomeni in eine ehemalige Fabrik in Kalochori gebracht worden. Doch dort fehle es an allem. "Hier ist nichts. Keine Duschen, kein Internet, kein Essen. Wir wollen hier weg", zitierte die Organisation einen Flüchtling. Zudem gebe es keine ärztliche Versorgung. Auch die Helfer von Medico dürften nicht auf das Gelände. Viele Menschen seien überzeugt, dass Idomeni besser gewesen sei, so die Organisation weiter.

Nach der Räumgung des Camps in Idomeni ist die Bahnverbindung nach Mazedonien seit Freitag wieder geöffnet, hieß es. Die Regierung hatte bereits angekündigt, die Polizei werde in Idomeni bleiben, damit keine Migranten zurückkehren. Die kleineren Lager in der Region sollen aufgelöst werden.

Quelle: n-tv.de, sro/jug/dpa

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