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Notevakuierung gerät ins Stocken Flüchtlinge sitzen in libyschen Camps fest

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(Foto: dpa)

Misshandlung, Vergewaltigung und Sklavenhandel - die Lage in libyschen Flüchtlingscamps ist dramatisch. Ein Evakuierungsplan soll die Situation entschärfen, doch seit November werden nur wenige der Menschen in Sicherheit gebracht.

Die Ende November auf dem EU-Afrika-Gipfel beschlossene Notevakuierung von Flüchtlingen aus dramatischen Verhältnissen in libyschen Lagern ist schleppend angelaufen. Bislang wurden "rund 400 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge" in Sicherheit gebracht, berichtet die "Rhein-Neckar-Zeitung" unter Berufung auf eine Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion. Es sei "geplant", 900 weitere Flüchtlinge aus dem Lager zu holen. Dabei sitzen in den Lagern Schätzungen zufolge zwischen 400.000 und eine Million Migranten fest.

Bislang evakuiert wurden demnach Menschen aus Äthiopien, Eritrea, dem Jemen und Somalia, ihre Unterbringung erfolge in "Gästehäusern" in Niamey, der Hauptstadt des Nigers. Von dort sollen sie in sichere Drittstaaten gebracht werden. Nach Berichten über Gefangenschaft, Folter und Sklavenhandel hatte der EU-Afrika-Gipfel Ende November einen Evakuierungsplan vereinbart.

Teil des Planes war es, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus diesen Lagern nach Europa zu bringen. Bislang erklärten sich dem Auswärtigen Amt zufolge nur Italien, Frankreich und die Schweiz bereit, Betroffene aufzunehmen. Andere Bürgerkriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte sollten von Libyen in den Tschad oder nach Niger gebracht werden. Offiziell nicht-schutzbedürftigen Migranten sollte eine "gesichtswahrende" Rückkehr in ihre Heimatländer ermöglicht werden.

Die EU wollte aufgrund der schwierigen Lage in Libyen Finanzhilfen bereitstellen. Daran wollte sich auch Deutschland mit 120 Millionen Euro beteiligen. "Bei unserem Engagement in Libyen geht es darum, menschliches Leid zu lindern, das Land zu stabilisieren und die Regierung zu stärken", sagte Außenminister Sigmar Gabriel dazu.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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