Politik

"Wir lieben euch" Flüchtlinge sollen Touristen Platz machen

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Der Hafen von Piräus ist Hauptverkehrsroute für die vielen Griechen, die während der Ostertage auf die Inseln in der Ägäis fahren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Hafen von Piräus ist zum Lager für Menschen auf der Flucht geworden. Mit den anstehenden Feierlichkeiten zum orthodoxen Osterfest werden sie zum Problem der Tourismusindustrie. Behörden versuchen es nun mit bitter-süßen Abschiedsaufforderungen.

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Seit Monaten stecken Geflüchtete in Piräus fest.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit warmen Worten wollen die griechischen Behörden die im Hafen von Piräus gestrandeten Geflüchteten zum Verlassen ihrer Lager bewegen. "Verzweifelt nicht, wir unterstützen euch, wir lieben euch", steht in vier verschiedenen Sprachen auf einem Flugblatt geschrieben, das ab Montag unter den Tausenden Schutzsuchenden in Piräus verteilt werden soll. Das dafür zuständige Handelsmarineministerium und die Hafenpolizei präsentierten den Text der Presse.

In einigen Tagen werde der Hafen geräumt, kündigen die Behörden auf dem Zettel mit Blick auf die anstehenden Ferien zum orthodoxen Osterfest an, wenn in Piräus zahlreiche Touristen erwartet werden. "Der Hafen kann euch nicht mehr beherbergen und es ist nichts gewonnen, wenn Ihr hierbleibt." Die rund 5000 in Piräus festsitzenden Flüchtlinge werden auf dem Flugblatt dazu ermutigt, in andere Aufnahmezentren zu gehen.

Dort könnten sie Asyl beantragen oder von dem Verteilungsprogramm in der EU profitieren, hieß es. Es handelt sich bei den Schutzsuchenden nicht um solche Flüchtlinge, die unter das mit der Türkei ausgehandelte EU-Abkommen zur Rückführung fallen. "Hört nicht auf Schlepper, die euch versprechen, euch in andere europäische Länder zu bringen", heißt es auf dem Blatt weiter. "Sie lügen."

Verteilt werden soll das Flugblatt in den Sprachen Arabisch, Farsi, Englisch und Griechisch. In ganz Griechenland sitzen wegen der geschlossenen Balkanroute derzeit rund 50.000 Flüchtlinge fest, davon 5000 in Piräus und etwa 11.000 in Idomeni an der geschlossenen Grenze zu Mazedonien.

Quelle: n-tv.de, apo/AFP

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