Politik

Zwölf Tote vor türkischer Küste Flüchtlingsboot sinkt vor Bodrum

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Ein Flüchtlingsboot zwischen der Insel Kos und dem türkischen Ferienort Bodrum.

(Foto: REUTERS)

Im türkischen Ferienort Bodrum startet ein Boot und nimmt Kurs auf die griechische Insel Kos. An Bord sind Dutzende Geflüchtete. Als das Boot untergeht, kommt für einige von ihnen jede Hilfe zu spät. Taucher suchen jetzt nach Vermissten.

Bei einem Bootsunglück vor der türkischen Küste sind zwölf Geflüchtete ums Leben gekommen. Wie die türkische Küstenwache mitteilte, wurden die Leichen von zwölf Menschen aus dem Meer geborgen. 31 weitere Migranten konnten gerettet werden, nachdem ihr Boot vor der türkischen Küstenstadt Bodrum untergegangen war. Die Geflüchteten wollten offensichtlich auf die griechische Ägäis-Insel Kos. Taucher suchten nun nach den Vermissten.

Das Boot war Anadolu zufolge im Ferienort Bodrum in der Westtürkei gestartet. Von dort ist es nicht weit bis zur griechischen Insel Kos. Die Türkei hat nach offiziellen Angaben mehr als 3,5 Millionen Geflüchtete aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien aufgenommen. Immer wieder versuchen Migranten, auf eine der nahe gelegenen griechischen Inseln und damit in die EU zu gelangen.

Die Türkei hatte im März 2016 einen umstrittenen Flüchtlingsdeal mit der EU geschlossen, in dem sie sich verpflichtete, alle syrischen Geflüchteten zurückzunehmen, die auf die griechischen Inseln gelangen. Die EU sagte dafür zu, für jeden zurückgeschickten Syrer einen anderen syrischen Geflüchteten aus der Türkei aufzunehmen. Lag die Zahl der Neuankömmlinge auf den griechischen Inseln 2015 noch bei 875.000, waren es 2017 und 2018 nur 40.000.

Der Flüchtlingsdeal steht in der Kritik, da die Asylsuchenden oft monatelang in überfüllten Lagern auf den Inseln festsitzen. Zudem gibt es bei der Überfahrt vom türkischen Festland auf die Ägäis-Inseln weiterhin immer wieder tödliche Unglücke. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen seit Beginn des Jahres mindestens 555 Menschen bei dem Versuch ums Leben, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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