Politik

Erster Schritt aus dem Lockdown Franzosen können auf Lockerung hoffen

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Seit Wochen dürfen die Bürger nur aus triftigen Gründen ihre Wohnungen verlassen - und seit kurzem auch, um ihre Weihnachtsbäume zu kaufen.

(Foto: AP)

Seit drei Wochen herrscht in Frankreich weitestgehend Stillstand wegen der zweiten Corona-Welle. Die Talsohle scheint erreicht zu sein: Die jüngsten Äußerungen von Regierungschef Castex lassen die Franzosen jedenfalls auf ein Stück Normalität kurz vor Weihnachten hoffen.

Die Franzosen können auf eine erste Lockerung der strengen Corona-Auflagen hoffen: Regierungschef Jean Castex sagte, wenn sich die Gesundheitslage weiter verbessere, könnten kleine Geschäfte "um den 1. Dezember herum" wieder öffnen. Der Höhepunkt der zweiten Corona-Welle ist nach Einschätzung der Gesundheitsbehörde inzwischen überwunden. Präsident Emmanuel Macron will sich am kommenden Dienstag bei einer Fernsehansprache zum möglichen Weg aus dem Lockdown äußern. Premier Castex sagte bei einem Besuch in der bretonischen Gemeinde Crozon, das Land sei "auf einem guten Weg".

Die nationale Gesundheitsbehörde hatte zuvor von einem Wendepunkt gesprochen. Sowohl die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen als auch die der Todesfälle binnen einer Woche ist demnach erstmals seit Monaten wieder rückläufig. Zuletzt starben laut der Behörde innerhalb einer Woche gut 3750 Menschen an oder mit dem Coronavirus - das war erstmals seit Beginn der zweiten Welle im Herbst ein Rückgang im Vergleich zur Vorwoche. Insgesamt wurden in Frankreich mittlerweile mehr als 47.000 Todesfälle gezählt.

Zum ersten Mal seit vielen Wochen seien auch die Krankenhaus-Einweisungen rückläufig, betonte die Gesundheitsbehörde weiter. Zuletzt wurden in einer Woche knapp 17.400 Menschen ins Krankenhaus und gut 2700 auf Intensivstationen eingeliefert. Dennoch will die Regierung nicht zu früh Entwarnung geben: "Die Ausgangsbeschränkungen sind nicht beendet", unterstrich Gesundheitsminister Olivier Véran. Die Regierung verweist darauf, dass die Intensivstationen immer noch zu rund 94 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind.

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Die befürchtete Überlastung des Gesundheitssystems blieb aber diesmal weitgehend aus. Anders als im Frühjahr gerieten die meisten französischen Kliniken nicht an ihre Grenze, nur wenige Patienten mussten in andere Krankenhäuser verlegt werden.

In Frankreich gilt seit drei Wochen ein landesweiter Lockdown, der vorerst bis zum 1. Dezember befristet ist. Die meisten Geschäfte sowie Restaurants, Bars und Sportstätten sind geschlossen, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur aus triftigen Gründen verlassen. Sport oder Spaziergänge sind nur bis zu eine Stunde im Umkreis von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt, dafür ist eine Bescheinigung nötig.

Vor allem die Einzelhändler machen wegen des Weihnachtsgeschäfts Druck, wieder aufmachen zu dürfen. Bisher hatte sich die Regierung zurückhaltend gezeigt. Unklar ist auch, ob die Franzosen in den Weihnachtsferien ihre Familien besuchen dürfen. Derzeit sind Reisen im Land grundsätzlich untersagt. Ein symbolisches Zugeständnis machte die Regierung mit Blick auf die Feiertage bereits: Seit Freitag können die Menschen Weihnachtsbäume in Supermärkten kaufen oder können sie vor ihrem Blumenladen abholen.

Quelle: ntv.de, joh/AFP