Frederiksen in Umfragen vornSchweinezucht statt Trump - Dänen wählen neues Parlament

Inmitten des Konflikts mit den USA um Grönland wählen die Dänen ein neues Parlament. Die Sozialdemokraten um Ministerpräsidentin Frederiksen müssen mit Verlusten rechnen. Der Wahlkampf war von innenpolitischen Themen dominiert.
Dänemark wählt heute ein neues Parlament. Die sozialdemokratische Regierungschefin Mette Frederiksen kämpft um ihre Wiederwahl - Konkurrenz macht ihr der rechtsliberale Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen. Die Wahl findet zwar mitten im Konflikt mit den USA um Grönland statt. Im stark fragmentierten Wahlkampf stand allerdings nicht die Zukunft der Arktisinsel im Mittelpunkt. Stattdessen stritten die Parteien etwa über Lebensmittel- und Benzinpreise und die Zukunft der Landwirtschaft. Sauberes Trinkwasser und Schweinezucht standen weitaus stärker im Fokus als sicherheitspolitische Themen. Rechtspopulisten versuchten, mit Rufen nach einer noch härteren Ausländerpolitik zu punkten.
Rund 4,3 Millionen Däninnen und Dänen sind aufgerufen, bis 20 Uhr ihre Stimme abzugeben. Die seit 2019 regierende Frederiksen will ihre Landsleute in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage als gute Krisenmanagerin überzeugen. Die Sozialdemokraten um die 48-Jährige gehen erneut als Favoriten in die Wahl, in den jüngsten Umfragen werden jedoch Verluste von sechs Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl im Jahr 2022 vorausgesagt. Mit Poulsen hat sie bislang in der von ihr geführten Regierung aus drei Parteien der Mitte zusammengearbeitet. In Umfragen sieht es aber nicht danach aus, als hätte diese nach der Wahl eine Zukunft.
Gleichzeitig erreichen voraussichtlich weder der links-grüne noch der bürgerlich-konservative Block eine Mehrheit von 90 der 179 Sitze im Parlament. Deshalb könnte der Ex-Regierungschef und aktuelle Außenminister Lars Løkke Rasmussen mit seiner Mitte-Partei Moderaterne erneut den Joker spielen. Insgesamt zwölf Parteien bewerben sich um die Sitze im Kopenhagener Parlament. Das Endergebnis könnte im Laufe der Wahlnacht feststehen.
Auf dem dänischen Kernland leben sechs Millionen Menschen auf rund 43.000 Quadratkilometern, das Gebiet ist kleiner als Niedersachsen. Zählt man aber die weit entfernt im Atlantik gelegenen Autonomiegebiete Färöer-Inseln und Grönland hinzu, ist Dänemark das flächenmäßig größte Land der EU und das zwölftgrößte der Welt. Die Färöer wie Grönland sind mit jeweils zwei Vertretern im Folketing vertreten. Diese vier Abgeordneten könnten entscheidend werden, es wird mit einem knappen Wahlergebnis gerechnet.