Politik

Aus Frust über Bundespartei Freiberger Bürgermeister verlässt SPD

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Sven Krüger ist nach seinem Austritt aus der SPD nun parteiloser Oberbürgermeister in Freiberg.

(Foto: picture alliance / Sebastian Kah)

Der Freiberger Oberbürgermeister Sven Krüger rechnet auf Facebook mit seiner Partei ab. Der 44-Jährige spricht von einem "Fremdschämen", das "nicht einmal ansatzweise" ausdrücke, was er derzeit mit Blick auf Berlin empfinde.

Aus Unzufriedenheit über die SPD ist der Oberbürgermeister von Freiberg in Sachsen, Sven Krüger, aus der Partei ausgetreten. Er sei lange stolz darauf gewesen, einer Partei anzugehören, "die oft Haltung bewiesen und sich für die Menschen in unserem Land eingesetzt hat", erklärte er den Austritt auf seinem Facebook-Profil. "Es gibt diese SPD nicht mehr." Deshalb habe er die Partei verlassen.

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Er wolle künftig als parteiloser Oberbürgermeister die Geschicke der sächsischen 40.000 Einwohnerstadt leiten, erklärte Krüger. Nach dem historisch schlechten Bundestagswahlergebnis der SPD im vorigen Jahr sei in der Partei von einem Neuanfang gesprochen werden, bei dem Menschen und Mitglieder gehört werden sollten. Davon sei nichts zu sehen.

"Leider muss ich feststellen, dass fast nichts von dem auch nur ansatzweise umgesetzt wurde - schaut man diese Tage nach Berlin, drückt das Wort 'Fremdschämen' nicht einmal ansatzweise aus, was ich derzeit empfinde", teilte der 44-Jährige weiter mit. Sein Facebook-Post wurde rund 700 Mal geteilt und erhielt mehr als 400 Kommentare. Darunter auch eine Reaktion von Jürgen Renz, Vorsitzender der SPD Chemnitz, der den Austritt von Krüger aus der Partei bedauert. "Ein Verlust für die SPD", schreibt Renz.

Krüger ist seit 2015 Oberbürgermeister der Stadt in der Nähe von Dresden. Anfang des Jahres geriet er bundesweit in die Schlagzeilen, weil er einen Zuzugsstopp für Flüchtlinge für einen Zeitraum von vier Jahren gefordert hatte.

Quelle: n-tv.de, nen/AFP

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